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Friederike
Friederike beschreibt sich ungern kompakt in einem Dreizeiler. Dazu ist das Leben zu vielfältig und das Wort zu groß. Ein paar Konstanten gibt es doch – die elektronische Musik und das Schreiben, beides facettenreich.

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Neu entdeckt: ælxandr

04. April 2017 / Kommentare (3)

„Nein, kein Hollywood-Film, mehr eine Naturdoku“, so beschreibt ælxandr seinen Sound. Was im ersten Moment klar und straight erscheint, entfaltet sich wie ein filigraner Flügelschlag – schwebend und mehrdeutig.

Abgestimmt in feinen Nuancen passiert genau so viel wie nötig, genau so viel, wie Monotonie keine Langeweile bedingt. Genau so viele Synthesizer besitzt der analog produzierende, vor wenigen Monaten nach Leipzig gezogene ælxandr. Nein, er lässt sich nicht als Hardware-Sammler bezeichnen. Vielmehr lernt er, von seiner Technik-Affinität angetrieben, jedes Instrument gänzlich kennen. Ist doch auch jedes den Fokus wert.

Fokus, ein starkes Wort, das sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit als Musiker zieht. Hardware bietet ihm jenen notwendigen Fokus, den Software schwerer zu ermöglichen vermag – eine bewusst gewählte Einschränkung in den unendlichen Möglichkeiten der digitalen Plugins. Wie es wahrhaftiger, doch nicht zwingend einfacher ist, zu etwas Greifbaren eine emotionale Bindung aufzubauen, so besitzt bei ælxandr jeder Synthesizer einen festen, physischen Platz.

Butterweich, kristallklar, nicht auftragend, aber auch nicht verschluckend.

So beschreibt er den Sound seines Lieblingssynthies Dark Energy I von Doepfer. Klar und unprätentiös wirkt auch Alexander mit seinen braunen Augen unter den roten Locken hervor blinzelnd, etwas angestrengt von der Midway der letzten Nacht, doch fokussiert, gar kontrolliert.
Als Kind, mit einer klassischen Klavierausbildung beginnend, stets von Neugier getrieben, startet seine Reise als Produzent. Ein Prozess spricht nicht von einem Ende. Seine ersten Gigs liegen acht Jahre zurück.

Die Faszination Parallelwelt, vielleicht auch des Unbekannten und gleichzeitig die Möglichkeit in einem Mikrokosmos selbst sein zu dürfen, erfuhr er das erste Mal in seiner Heimatstadt Hannover. Über Stuttgart nach Leipzig gekommen, wählte er bewusst eine Stadt mit breiter Subkultur und authentischen Umfeld.

Nicht nur musikalisch gibt Alexander seiner Kreativität ein Medium: „Wenn ich male, treffe ich eine Entscheidung, welche Farben ich nutze. Ich habe meine Leinwand, meinen Rahmen, dennoch steht noch nicht fest, welche Welt darin entsteht.“ So umreißt er bildhaft seine Vorstellung, was beim Live-Spielen passiert.

Es schwingt Souveränität in seinen Antworten. Sicherheit entsteht aus Können. Sicherheit, die gleichzeitig Voraussetzung ist, beim Live-Performen eine Verbindung mit dem Publikum aufzubauen. Eben weil er sein Handwerk beherrscht und sich in einem, von Clubwänden gerahmten Spielraum auf den Moment, auf die Response des Publikums und auf Emotionen fokussieren kann.

Momente und Gefühle im Zauber der Nacht, die gleichzeitig Inspiration beim Produzieren für ihn bedeuten. Die vielleicht auch zwischen Perfektionismus und Idealismus ein Ausbrechen bedeuten, indem der Sound die Reproduktion von Momenten widerspiegelt.

CommentComment

  • Peter Rotbarsch / 05. April 2017 / um 08:10
    Ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er overbooked ist. Cooler Typ aufjedenfall.
  • Cruzo Lively / 04. April 2017 / um 19:55
    Ein wahrhafter Künstler, auch bei uns in Stuttgart, hatte er sehr gute Partys erfolgreich und sensationell bespielt <3 LG Cruzo Lively
  • stefan / 04. April 2017 / um 16:38
    https://soundcloud.com/user-95274739

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