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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Backstock 2018: XY0815, Tinkah und Enuit

08. Oktober 2018 / Kommentare (1)

Irgendwie hat der Sommer jegliche Rezensier-Motivation vertrieben. Na gut, ein paar andere Faktoren spielten auch eine Rolle. Aber Musik wird ja nicht unbedingt schlechter. Es gibt also (immer noch) neue Musik auf Yuyay Records, Pattern // Select und von Enuit, die ich endlich vorstellen möchte.

XY0815 „This Tool Has No Options“ (Yuyay Records)

Seit Mai gibt es mit „This Tool Has No Options“ von XY0815 die 10. Veröffentlichung auf Yuyay Records. XY0815 haben wir 2014 vorgestellt, seitdem gibt es auf diversen Labels Tracks von ihm zu hören. Nun gibt es seinen Sound auf Album-Länge.

Die Sammlung macht Sinn: Die dreizehn Tracks (plus zwei Remixe) auf „This Tool Has No Options“ paddeln eher in den ruhigen, manchmal zappelnden IDM- und Electro-Gewässern herum und sind meist recht kurz. Musikalisch hört man die Vorbilder deutlich durch – Rephlex und Warp werden im Promo-Text nicht umsonst erwähnt. Gleichzeitig ist dies eine fiese Messlatte und führen mich unweigerlich zu meinem Hauptkritikpunkt: Zu oft enden die Tracks von XY0815 genau an der Stelle, an der sie gefühlt erst losgehen sollten und gern irrwitzige Brüche und Wendungen bereithalten könnten. Das ist für meine Ohren vor allem bei „MDK44 – Transit To Nowhere“ und „Fuck Mars, We’re On Earth Now“ sehr schade, hier sind eigentlich alle Zutaten für epische IDM-Opern vorhanden. Da funktionieren fokussiertere Tracks wie „The Square Of Any Planet“ für mich besser. Zwiespältige Gefühle also bei mir.

Vielleicht helfen mir die Remixe: Robyrt Hecht fügt dem Opener „16mBit“ catchy manipulierte Vocals hinzu und Varum überführt „TRQ21 Pasadena“ in kosmische Dimensionen.

Tinkah „A Dream In The Life Of“ (Pattern // Select)

Im April veröffentlichte Pattern // Select ein weiteres Tape, das diesmal Tinkah solo bespielt. Wie der Titel schon sagt, erzählen die acht Tracks von den Schlaf- und Traumphasen, unterstützt durch ein Booklet mit Illustrationen zu jedem Track. Und die Atmosphäre nimmt mich vom ersten Track an gefangen. Verrauschte Samples treffen tiefe Bässe treffen Dub-Techno-ähnliche Soundscapes treffen angedeutete Drum’n’Bass-Hektik. Tinkah zeigt nicht nur das friedliche Bild des Schlafs, wie es „Let Go“ und „Boundless“ andeuten, sondern auch dessen nervöse, manchmal unheimliche Seite mit „Seismic Stimulus“ und „Grinding Teeth“. Das häufig viel zu fertige Erwachen kommt dann mit den ersten Sonnenstrahlen: „Sun Kiss (U Slept Too Long)“ sagt eigentlich alles.

Enuit „Hyperspace Dogfights – Original Game Soundtrack“ / „Hyperspace Dogfights Score – Counterpart e​.​p​.“

Game-Soundtracks stellen wir ja eher selten vor, „Hyperspace Dogfights“ ist also eine Ausnahme. Der aus 14 Tracks bestehende Soundtrack des Leipziger Musikers Enuit ist seit Mai als Download und als CD erhältlich.

Beim Durchhören fällt sofort auf: Die Tracks sind alle recht statisch und bestehen meist aus simplen, eingängigen Motiven, die ein wenig variiert werden. Das Sounddesign wirkt sehr sauber, könnte aber auch aus den 90ern stammen. Was ist da los?

Erhellend sind die Videos, die man zu dem Game anschauen kann. Ein bonbonfarbenes Weltraumballerspiel erwartet uns, das ordentlich Geschwindigkeit aufnimmt. Klar, das nötige Maß Reaktionsvermögen sollte nicht von der Musik abgelenkt werden. Da passen die Ambient-Entwürfe nicht zuletzt zur retrofuturistischen Optik ziemlich gut. Allerdings ähneln sich die Tracks doch zu sehr, um sie als eigenständiges Album genießen zu können. Das fällt vor allem zum Schluss mit „Successfully Failed Venture (HDogs Edit)“ auf, denn hier taucht das erste mal überhaupt ein Beat auf.

Enuit schiebt aber gleich die „Counterpart e​.​p​.“ hinterher, welche fünf alternative Versionen enthält, die nur im Battle-Modus des Spiels vorkommen. Vier Tracks enthaltendann tatsächlich die vermissten Beats, wodurch der Soundtrack etwas runder wirkt.

CommentComment

  • M / 09. Oktober 2018 / um 10:13
    Endlich wieder Reviews.
    Danke :)

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