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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Update Update: Minor Label

11. Oktober 2018 / Kommentare (0)

Das Minor Label hat dieses Jahr eine hohe Release-Dichte. Drei neue Platten wollen gehört werden.

Grmmsk „Reality Asylum“ (Minor Label / Totes Format ‎/ Canopy Weekends ‎/ Sozialistischer Plattenbau / Hafenschlamm Rekords / False Move Rec. )

Was für Aufgebot: Gleich sechs Labels arbeiten zusammen, um „Reality Asylum“ von Grmmsk als Vinyl und Tape auf die Welt loszulassen. Einen deutlicheren Hinweis, wie unkonventionelle Musik abseits der üblichen Hypes und Dancefloor-Kriterien angenommen wird, kann man sich kaum vorstellen. Dabei lohnt sich bei Grmmsk ein offenes Ohr, haut er uns hier den spannendsten Kommentar zu Dub um die Ohren, den zumindest ich in letzter Zeit gehört habe.

Grmmsk bearbeitet die üblichen Reggae-Samples auf dermaßen respektlose Weise, dass er sich vermutlich vor Heerscharen dogmatischer Dub-Jünger verstecken muss. Treffend als „Doom-Dub“ bezeichnet, wird durch Time Stretching, Pitch Shifting und weitere Effekte die apokalyptische Seite im Dub übersteigert. Am stärksten ist das zu hören, wenn im letzten Track „[false] HIGH“ die Songstruktur des Reggae durchschimmert – für mich der Höhepunkt des Albums. Dieser Monster-Tune könnte auch die Vertonung des Katers nach der Reggae-Party sein: Da war wohl doch was sehr komisches drin im Spliff.

Um zum Hype zurückzukehren: Der gesamte Ansatz – also wie Grmmsk vertraute Samples manipuliert und damit Erinnerungen an bereits gehörte Musik, bereits erlebte Partys wachruft – lässt Vergleiche mit Burial zu, ohne dabei dessen Sound zu kopieren. Aber hört selbst:

Giedo Secundo ‎“Trilobite Trax“ (Minor Label)

Mit den „Trilobite Trax“ gibt es eine weitere neue 12″ auf Minor, die sich dunkleren Ambientklängen widmet und das Kopfkino anwirft. Nachdem der Opener „Baglæns Ind I Mørket“ schon unheilvolle Entwicklungen ankündigt, sorgen tief schiebende Bässe und leierndes Computer-Gefiepse auf „Kambrisk Frost“ für eine angespannte Atmosphäre, als ob ein Raumschiff unbemerkt die falsche Koordinaten ansteuert. Wie es klingt, wenn der Bordcomputer sich dann komplett verselbstständigt, lässt sich in der Kakophonie von „Trilobitspor“ nachhören. Auf der B-Seite sendet das mehr als 17-minütige Stück „I Den Dunkle Verden“ Hilferufe in das All. Ob die Story gut ausgeht, lässt sich am Ende mit der rätselhaften Melodie in „De Sidste Spor Forsvinder“ nicht eindeutig sagen.

Tembok Kamar Dinding Sekolah (Flop Beat Disk)

Außerdem erschien dieses Jahr eine unbetitelte 7″ auf dem Sub-Label Flop Beat Disk, welche vier rohe Tracks von Tembok Kamar Dinding Sekolah aus Indonesien sammelt, der auch als Busukyangbernanah bereits zwei Alben veröffentlicht hat. „Grey“ und „Drips“ sind energiegeladene, noisige Techno-Stücke, die gleich auf den Punkt kommen und sich nicht mit DJ-konformen Strukturen aufhalten. „Linger“ und „8373“ sind dann wohl die Stücke, die bei Discogs mit „Rhythmic Noise“ gut beschrieben werden. Ein Release für die Freunde der härteren Gangart also. Gleichzeitig ist die 7″ auch ein Tribut an den Musiker, der sich hinter Tembok Kamar Dinding Sekolah verbirgt und Anfang des Jahres verstarb.

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