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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Various Artists „Recipe Decalogue“ (Moniker Eggplant)

03. November 2018 / Kommentare (1)

Moniker Eggplant feiert das fünfjährige Bestehen – mit einer Compilation, die wie auch das Label Bezug zu Leipzig aufweist.

Irgendwie ist das ja auch manchmal kompliziert mit Leipzig. Einerseits habe ich längst den Überblick verloren, wer was so alles an Musik macht, andererseits ziehen auch immer wieder spannende KünstlerInnen weg. Das IDM-Duo Meier & Erdmann weilt bereits seit einigen Jahren in Berlin, hält aber nicht zuletzt mit der Auswahl ihrer Musiker auf dem hauseigenen Label Moniker Eggplant Kontakt zu Leipzig. Nun wird fünfjähriges Bestehen gefeiert: Zehn Tracks gibt es digital und auf Vinyl zum Geburtstag.

Ein Blick auf die Tracklist verdeutlicht den Netzwerkgedanken des Labels. Wie auch schon bei den vorangegangenen Compilations versammelt das Label eine Menge MusikerInnen, die sich gefühlt seit Ewigkeiten mit wilderen elektronischen Sounds beschäftigen, aber auch von den größeren Musikmedien ignoriert werden. Da tauchen IDM-KünstlerInnen wie Karsten Pflum, MimiCof, Ivan Shopov und Roel Funcken neben Skweee- und House-Maestro Duke Slammer und dem Bass-Experten Desmond Denker auf. Und auch Leipziger Musiker sind vertreten.

Beginnen wir mit Leise im Kran, den wir einerseits als Teil von Meier & Erdmann kennen, dessen Welding Sessions wir aber auch bereits vorgestellt haben. Sein „Krafthammer“ ist der zweite Track der Platte und vielleicht auch der wildeste: Er klingt, als ob verspulte Comic-Figuren Keller-Clubs stürmen, um auf dem Techno-Floor zu pogen. Ich kann mir keine größere Freude vorstellen, als „Krafthammer“ auf ein unvorbereitetes Publikum loszulassen.

Außerdem gibt es ein Wiederhören mit PorkFour: Sein „Specular Reflections“ ist eine gutgelaunte Frickel-Electro-Funk-Nummer, die durch ihren Reichtum an Melodien und durch verspielte Synthesizer beeindruckt, beides jedoch mit einem durchgängigen Groove zusammenhält. Selbst nach mehrmaligen Durchhören habe ich nicht das Gefühl, den Detailreichtum des Tracks erfasst zu haben, gleichzeitig wirkt er aber auch nicht überfrachtet.

Wie Leise im Kran hat auch Karl Marx Stadt Leipzig Richtung Hauptstadt verlassen. Möglicherweise deutet der Name „Wedding Sofa Crasher“ an, in welcher Lebensphase der Track entstanden ist. Roboterhafte Beats sind da auf dem Sofa entstanden, die zwischendurch unkontrollierte Laser durch die Luft ballern und eine bedrohliche Atmosphäre aufbauen.

Kommen wir zum Ende zurück zu Leise im Kran: Zu „Krafthammer“ gibt es ein fulminantes Video, in dem ein Werbevideo des VEB Maschinen- und Apparatebau Schkeuditz remixt wurde. Seht selbst, wie gut DDR-Technik zu IDM passt:

Zum Spaß das Original:

Und hier die gesamte Compilation zum Reinhören und natürlich auch zum Kauf:

CommentComment

  • Fan / 08. November 2018 / um 00:44
    PorkFour is back!!

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