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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Notes from the Underground: 25 Jahre Zonic

07. November 2018 / Kommentare (0)

Ein weiteres Jubiläum: Das Zonic Magazin feiert am 9.11. im IfZ sein 25-jähriges Bestehen mit einem Doppel-Event, das sich sehen und hören lässt.

Zweimal zurückspulen, bitte: Vor zwei Jahren gab es an dieser Stelle bereits ein Interview mit Alexander Pehlemann, der im Institut für Zukunft die Reihe Gegenkrach! kuratierte und Herausgeber des Magazins Zonic ist. Außerdem verfasste er die Liner Notes der Magnetband-Compilation, mit der rares Material der DDR-Kassetten-Szene wiederveröffentlicht wurde und die sich ebenfalls auf eine vom Zonic Magazin zusammengestellte Doppel-CD bezieht. Nun feiert Zonic am 9.11. 25-jähriges Bestehen im Institut für Zukunft und knüpft thematisch an die genannten Projekte an.

New Composers live 1985

Zunächst gibt es unter dem Motto Notes from the Underground zwei Talks: Erst werden Jan Kummer und Frank Bretschneider von Frank Apunkt Schneider zu ihrer Zeit als AG. Geige interviewt – ihre Frühwerke werden gerade wiederveröffentlicht. Wer bereits die Kassettentäter-Veranstaltung besucht hat, kann sich vorstellen, wie unterhaltsam das werden kann. Danach wird der Blick auf die Ex-USSR erweitert: Alexander Pehlemann spricht mit dem Valery Alakhov von den New Composers aus St. Petersburg über sein Schaffen, das von Magnetband-Experimenten über Rave bis zu Ambient reicht. Zwei Konzerte runden die Talks ab: Valery Alakhov spielt Material der New Composers aus den späten 80ern, danach stellt Karl Marx Stadt eine Auswahl von Musik aus, nun ja, Karl-Marx-Stadt derselbigen Zeit vor.

AG Geige live 1986

Bleiben wir kurz in der Vergangenheit: Die Talks und Konzerte hängen mit der Veröffentlichung der Compilation „Unearthing The Music presents Notes From The Underground. Experimental Sounds behind the Iron Curtain“ zusammen, auf der nicht nur AG. Geige und New Composers, sondern eine Vielzahl weiterer Underground-Musiker aus dem ehemaligen Ostblock und Jugoslawien vertreten sind. Die Aufnahmen stammen aus der Zeit vor dem Mauerfall und dem Ende des Eisernen Vorhangs, zum Teil auch aus der sich daran anschließenden Transformationszeit.

Zur Musik selbst sagt Alexander Pehlemann:
„Die versammelten Sounds sind experimentell im weitesten Sinne, stilistisch wie im damaligen Kontext. Von elektrischem Post Punk über Dada-Noise oder Schamanen-Punk bis hin zu vokaler Avantgarde-Poesie im Cut-up.“

Das auf der Compilation enthaltene Lied „Elektrische Banane“ von der AG. Geige gibt einen Eindruck, wie das klingen kann:

Die Zusammenstellung wurzelt in der Ausstellung „Notes from the Underground“, welche zuerst im polnischen Lodz und in der Berliner Akademie der Künste den Zusammenhang von Kunst und Klang im Osten zum Thema hatte. Sämtliche vertretenen Musiker waren dort ebenfalls präsent – es handelt sich also um eine Art Audio-Katalog, der von den beiden Kuratoren David Crowley und Daniel Muzyczuk in Zusammenarbeit mit Alexander Pehlemann, dem portugiesisches Online-Archiv-Projekt Unearthing The Music und dem Leipziger Major Label realisiert wurde. Wer in das Thema tiefer einsteigen möchte, kann zur Doppel-LP auch noch ein zusätzliches Buch über den Mailorder des Labels erwerben.

Das sich Alexander Pehlemann darüberhinaus für alle möglichen (nicht nur musikalischen) Subkulturen interessiert, bestätigen einerseits 25 Jahre Zonic wie auch auch der zweite Teil des Doppel-Events. Auf die Konzerte folgt unter dem Namen Electronica Eclectica eine Party auf zwei Floors, die von befreundeten DJs und Live-Acts bespielt werden: Unter anderem Frank Bretschneider, Cora S., Disrupt, Krystoff, LXC sowie diverse Teile der Al-Haca-Crew feiern das Jubiläum des Magazins. Das dürfte dann auch was für Freunde aktuellerer Sounds sein.

Happy Birthday, Zonic!

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