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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Signalstoerung „S“ (Hymen Records) / „IDR“ (Inner Demons Records)

05. Dezember 2018 / Kommentare (0)

Kalt, schwerfällig, intensiv: Das Debüt-Album von Signalstoerung ist dieses Jahr erschienen.

Ein weiterer in Leipzig ansässiger Musiker, der bisher unter unserem Radar flog, ist Signalstoerung. Als Teil von Adventurous Music und des Kollektivs Global Noise Movement ist er seit geraumer Zeit im weiten Feld der experimentellen elektronischen Musik aktiv. Aber erst dieses Jahr wurde sein Debüt-Album bei Hymen Records veröffentlicht.

Signalstoerung „S“ (Hymen Records)

Das umtriebige Label Defrostica hat ja Anfang des Jahres vermutet, dass die CD ein Comeback haben wird. Nun, Hymen Records scheint dies zu bestätigen und veröffentlicht die elf Tracks des Album „S“ auf einer kleinen Silberscheibe. Eine passende Wahl, wie ich finde, denn wie auch das Medium selbst wirkt auch die Musik von Signalstoerung aufgeräumt, streng, ja fast schon klinisch. Auch die Tracklist folgt dem Konzept: Jeder Titel wurde mit dem Buchstaben „S“ und einer anschließenden Ziffer benannt.

Hier hat alles seinen Platz: Schwerfällige, an Dubstep erinnernde Beats schieben intensive Bässe voran und stellen einzelne, manchmal sanfte, manchmal lärmige Sounds in den Mittelpunkt. Gerade durch die wenigen Komponenten entfalten die reduzierten Melodien wie in „S9“ eine immense Kraft. Das ist keine Tanzmusik für Roboter – das ist eher der Soundtrack zur Präzision autonomer Waffensysteme. In den besten Momenten, wie „S8“, scheint die Zeit stehen zu bleiben, während die KI die nächsten hundert Schritte berechnet. Und wenn im „Copenhagen Edit“ von „S2“ plötzlich entfernter Gesang auftaucht, weiß ich nicht, ob ich fasziniert inne halten oder besser doch die Flucht ergreifen soll. Was für eine Dystopie!

Signalstoerung „IDR“ (Inner Demons Records)

Etwas roher hingegen klingen die vier Tracks, die auf einer – noch so ein obskures Medium – 3″-CD auf dem Label Inner Demons Records erschienen sind. Die Herangehensweise ist eine ähnliche, aber Noise spielt hier noch eine dominantere Rolle als auf „S“. Und wütender klingen die vier Tracks irgendwie auch: Das fällt mir spätestens bei dem fast schon punkigen Schreien auf „IDR4“ auf.

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