← ZurückLifeLife

Autor/-in

Amy
Hauptsache gute Laune - von Disco bis Tekno kommt für Amy auf dem Dancefloor und USB Stick alles in Frage. Szene über Mainstream, Open Air über Club, Sekt über alles.

Teilen

Behind the nights: White Circles

23. April 2019 / Kommentare (0)

Bald steht die alljährliche Geburtstagsparty der White Circles vor der Tür. Aus diesem Anlass hat sich unsere Autorin mit den beiden Veranstaltern der Reihe getroffen.

Wenn man vom Namen White Circles ausgeht, führt der erste Gedanke nicht zur „schwarzen Szene“. Doch mit Einflüssen aus Gothic und Punk, Industrial und Wave findet sich die White Circles-Crew seit nunmehr fünf Jahren zusammen, um regelmäßig in und um Leipzig Künstler zu vereinen.

Wie definiert sich White Circles?

Plattform? Kollektiv? Veranstaltungsreihe?

Da müssen selbst Gründer Marco und Kevin (alias aehm und Bigo) überlegen, kommen aber ziemlich schnell auf den Konsens, dass es wohl letzteres sein wird.

White Circles

Als Kevin mit 24 Jahren nach Leipzig zog, veranstaltete er mit Kumpel Ralph Konzerte in diversen Leipziger Locations; 2013 war es dann an der Zeit, dem Ganzen einen Namen zu geben, und so entstand White Circles. Zwei ihrer Lieblingsbands hatten diese Phrase in ihren Texten integriert und „wir wollten keinen plakativen schwarze Szene Namen“, merkt Kevin an.

 


NOTE NOTE –

 

Die „schwarze Szene“ kommt beispielsweise in Leipzig jedes Jahr zum Wave-Gotik-Treffen zusammen. Man kann sie nicht als musikalisch homogene Gruppe bezeichnen, doch die Bezeichnung wird als Sammelbegriff für die Gesamtheit der musikalischen Strömungen, wie auch die im Artikel erwähnten, verwendet.

 

Seit fünf Jahren zieht sich ein roter Faden durch die White Circles-Konzerte: große Acts werden mit kleineren, unbekannteren Acts vereint. Danach gibt es eine Aftershow-Party, die von diversen DJs bespielt wird. Wie es die Veranstalter am liebsten haben? „Am besten eine abgeranzte Location und Leute, die man kennt“. Das lässt sich zwar nicht immer machen, aber wenn, dann wird es besonders lustig. 

Während Marco, der nach wenigen ersten Veranstaltungen dazustieß, aus den elektronischen Richtungen kam, sprich Wave, Industrial, und „schon immer was mit Gitarre“, kam Kevin aus der Goth und Punk-Szene. Durch diverse Partys in Halle hatten sie sich schon vorher kennengelernt. Kevin erzählt von Leopardenmustern im lilafarben kolorierten Haar, und obwohl man es ihnen heute nicht ansieht, verspricht Marco lachend, dass es noch Bilder gibt. Ralph nahm sich zu einem späteren Zeitpunkt auf Grund von arbeitstechnischen Gründen aus dem operationellen Geschehen heraus. 

Nach der Gründung 2013 ging es 2015 damit so richtig los, Marco und Kevin stellten monatlich, manchmal öfter, Konzerte auf die Beine. Für zwei Leute ein riesiger Aufwand, meine ich, und sie stimmen mir zu.

„Personell wäre das ohne Support nicht möglich gewesen“

sagt Kevin, zuverlässige Ressourcen, auf die man zurückgreifen konnte, wären das A und O gewesen.

So realisierte man 2017 trotzdem, dass es an der Zeit war, einen Gang zurückzuschalten und die Frequenz herunterzuschrauben. Die Jungs begannen, Kooperationen einzugehen und ihre Manpower outzusourcen. So kehrte zumindest ein bisschen Entspannung ein. 

KVB

Ihre erste Sold-Out Show (The KVB im UT Connewitz), so sind sich die beiden einig, das wäre einer ihrer größten Meilensteine. Oder endlich die Locations zu bespielen, vor denen man Respekt hatte – Trakt I im IfZ zu füllen, beispielsweise. So ist es keine Überraschung, dass sie auch zwei ihrer Geburtstagspartys im Institut veranstalteten und ebenfalls unter ihren Meilensteinen zählen.

Stolz sind die beiden vor allem auf ihre Berlin-Leipzig Connection, die mit dem aufnahme + wiedergabe Label hergestellt wurde. Dort erschien die White Circles Compilation anlässlich des ersten Jubiläums Ende 2014 – wird es wohl bald mal Zeit für ein zweites Tape? Spätestens zum WGT, teasert Marco an. 

Auch die Europa-Tour mit Architect, einem Electronica-Act aus Leipzig, wird unter den Meilensteinen aufgezählt – obwohl sie erst in wenigen Wochen stattfindet. Ein großer Zeitaufwand, den es für die beiden trotz Vollzeit-Job zu bewältigen gilt: Momentan stecken sie pro Woche mindestens zehn Stunden rein. Respekt, denke ich mir, aber die zwei brennen dafür, was sie tun.

Voller Dankbarkeit blicken sie auf ihre letzten Jahre zurück, wie ihr Netzwerk ihnen schon diverse Schlafmöglichkeiten an allen Ecken der Welt ermöglicht hat. So ist es eben, wenn man auf Professionalität und eine gute Betreuung der Künstler achtet. What goes around, comes around.

Was ihre Veranstaltungen besonders macht, das ist neben den selbstverständlich hochwertigen und sorgfältig ausgewählten Acts, die Diversität des Publikums. Frauen in der „schwarzen Szene“ sind meist eine Selbstverständlichkeit, White Circles haben es sich aber trotzdem zum Ziel gemacht, Awareness zu schaffen. Berührungsängste ihrer Szene gegenüber „linken“ Clubs haben sich gelegt; sie wollen durch ihr Netzwerk ständig

Meinungen und Input sammeln und Austausch fördern.

Ein Faktor, der Leipzig als Veranstaltungsort für die schwarze Szene gewissermaßen einzigartig macht, ist das Wave-Gotik-Treffen (WGT), denn der Sommer ist partytechnisch isoliert. Glücklicherweise bedeutet das statt Wettbewerb eher Unterstützung: Kooperationen mit dem WGT sind längst geschehen und stehen weiterhin an.

Und was gibt‘s sonst dieses Jahr bei den White Circles Jungs? Nach dem Frühling und der oben genannten Architect Europa-Tour liegt der Fokus im Sommer entsprechend dem WGT erst einmal auf DJ-Gigs (Highlight: Fusion!). Im Herbst geht es dann weiter mit Konzerten und einer Zusammenarbeit mit dem DEAF ROW FEST in Jena. And don’t forget the tape! Die zweite White Circles Compilation ist in the making.

Phase Fatale

Am Ende unseres Treffens stelle ich die schon fast obligatorische Frage: Könnt ihr euch weitere fünf Jahre White Circles vorstellen? Marco antwortet sofort mit: „Klar, warum nicht.“ Kevin lächelt zustimmend. Ein gutes Omen.

5 Jahre White Circles

Aber erst einmal konzentriert sich die ganze Freude auf den fünften Geburtstag am 27. April im Conne Island. Dort erwarten euch live on stage Architect, Azar Swan und Zanias. Anschließend geht’s auf der Aftershow Party weiter mit aufnahme + wiedergabe-Gründer Philipp Strobel und den drei White Circles Jungs: Bigo, Ralph und aehm.

Family vibes pur! 

Hier bekommt ihr noch einen Teaser für die neue Compilation von White Circles: bitly.com/WhiteCirclesLeipzig

CommentComment

    RelatedRelated

    FEUERTANZ – Teil VII: Keine Zukunft in der Gegenwart

    LifeLife / 24. Mai 2019 / Kommentare (0)
    Polizist und Rechtsanwalt haben genau wie Kollektive und Besucher*innen klare Positionen. Was denkt eine Stimme aus der Politik über illegale Open Airs? Wieso Linke-Stadträtin Juliane Nagel Freiluftraves für einen wichtigen subkulturellen Beitrag hält. Ein Blick nach Halle – sind legale Flächen die Lösung? Außerdem: Ein Kommentar, wie es jetzt weitergehen muss.

    Behind the nights: Acid Rave

    LifeLife / 23. Mai 2019 / Kommentare (0)
    Wer in Leipzig nach einem sorgfältig ausgewählten Line-Up mit Fokus auf härtere Richtungen der elektronischen Musik sucht, der wird beim Acid Rave fündig. Dieser bietet momentan die number-one Anlaufstelle für alle Rave-Heads und Oldschool-Lovers.

    Balance Club / Culture Festival 2019 – 2nd Edition

    LifeLife / 21. Mai 2019 / Kommentare (0)
    Vom 29.5. bis 2.6. findet das Balance Club / Culture Festival in Leipzig statt. Dieses Mal unter dem Slogan corpo_realities – was dahintersteckt, wo ihr Tickets für die Einzelevents bekommt und was der ‚Container‘ der Veranstaltungen sein wird, erfahrt ihr bei uns.
    zum Seitenanfang scrollen