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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Frühjahrs-Rundumblick Pt. 1

02. April 2012 / Kommentare (0)

Der Frühling sollte eigentlich geballt kommen. Laut der Anzahl an aktuellen Releases ist er auch schon voll da. Genauso geballt kommt daher auch der Rundumblick Nummer 1 mit Moon Harbour, Oh! Yeah! und Definition.

Hartmut Kiss „Flaming Passion“ (Definition Records)

Los geht es mit Definition, dem Label von Christian Fischer, das hier ja sonst eher unter den Tisch fällt. Nicht bewusst. Denn eigentlich ist es nur schlüssig, dass diese Facette der Clubkultur in Leipzig auch eine mehr als relevante Adresse hat. Hartmut Kiss ist in dem Bereich auch kein Unbekannter – erst recht nicht in Leipzig als Resident im Nachtcafé.

Mit Christian Fischer zusammen brachte er vor zehn Jahren drei EPs unter dem Namen Men Of Noise heraus. Im letzten Herbst unterbrach er seine lange Pause mit seiner ersten Solo-EP. „Flaming Passion“ ist der Nachfolger. Episch aufgeladene Synthie-Chords, pathetisch in der Dramaturgie, super tight in der Produktion.

Ja, Rave. Aber nicht in der versöhnlich aufgewerteten Form der Raves-strikes-back-Attitüde. Sondern amtlicher. Tranciger. Aber auf seine Weise auch sehr authentisch. Progresse House eben. Ich möchte trotzdem nicht auf einer Tanzfläche mit diesem Track stehen. Johannes Heil und Guy J verlagern das Rave-Level leicht.

ONNO „Paragroove EP“ (Moon Harbour Recordings)

Bei Moon Harbour geht es auf dem digitalen Ableger weiter. Mit ONNO, einem Jungspund aus Amsterdam, der innerhalb der letzten beiden Jahre mit Platten auf Souvenir, Upon.You und Remote Area einen gewissen Schub erlebte. Ich kenne die anderen EPs nicht, seine „Paragroove EP“ hält die Moon Harbour-Spur aber sehr liniengenau ein. So wie es Dan Drastic kürzlich im frohfroh-Interview auch ankündigte.

Die Überraschungen bleiben also aus. Die Vocal-Samples – insbesondere bei „Mumblin Groove“ zeugen von viel Spaß im Studio. Warum sind die Vocals eigentlich der einzige Part, in dem noch gespielt wird. Bei den Bassdrums und Chords ist alles durch dekliniert.

Sven Tasnadi & Juno6 „Mulm“ (Oh! Yaeah!)

Bei Sven Tasnadi & Juno6 reicht die Spielfreude mit Samples ein gehöriges Stück weiter. Für ihre „Mulm EP“ suchten die beiden nach Schnittstellen zwischen heutigen und vergangenen Dancefloor-Geflogenheiten. Gemessen an den vergangenen gemeinsamen Platten ist der „Mulm“-Sound eine 180°-Wendung.

Praller Soul-Appeal bei „What’s Up“, 80er-Orient-Disco bei „Gönül Daği“ und Patina-House mit „Appagio“. Wirklich hervorstechend ist aber eigentlich nur „Gönül Daği“. Denn unabhängig von dem prägenden Vocal-Sample, trifft die trocken-schleppende Bassdrum, die Bassline und die analog klingenden Synthesizer-Sequenzen genau jene Cosmic Disco-Atmosphäre, die in den letzten Jahren wieder so sehr an Charme gewonnen hat. Da passiert auf jeden Fall etwas in den Studios der beiden.

Definition Records Website
Moon Harbour Recordings Website
Oh! Yeah! Website
Mehr zu Definition bei frohfroh
Mehr zu Moon Harbour bei frohfroh
Mehr zu Oh! Yeah! bei frohfroh

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