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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Ambient Week #2 – No Accident In Paradise

02. Dezember 2014 / Kommentare (0)

Ein Blick nach Jena. Dort ist gerade ein live und im Studio collagiertes Ambient-Album erschienen – mit einem Schwenk zurück nach Leipzig.

Das Jenaer Label Freude am Tanzen hatte in seiner 16-jährigen Geschichte kaum Berührungspunkte mit Ambient – abgesehen von der immer wieder durchschimmernden Liebe von Robag Wruhme zu dem Sound.

Mit „Asymetria“ erschien Ende November jedoch ein ganzes Album, das den Dancefloor nicht beachtet. Drei Musiker stecken hinter dem Projekt No Accident In Paradise – darunter auch Albrecht Ziepert von den Pentatones –, das seit 2008 hauptsächlich in improvisierten Live-Sessions mit elektronischen und akustischen Sounds zu erleben war.

Sie bilden auch das Grundgerüst für die sieben Stücke des Albums. Aus Mitschnitten vom Fusion Festival, den Toskana Thermen sowie dem Time Warp Festival wurden im Studio neue Tracks geformt und um einige Instrumente wie Cello, Saxofon, Gitarre oder Flöte ergänzt. Der mäandernde Session-Charakter scheint aber weitgehend erhalten geblieben zu sein.Die Stücke entwickeln einen langsamen, feingliedrigen Sog, dezent rhythmisch in Bewegung gebracht, mit sehr freien und zugleich auch einigen gefälligen Passagen. Ein organisches, geschichtetes Schwingen ohne dramaturgischen Stress. Aber nicht ohne polarisierende Kraft.

„Kochanie“ etwa vertont einen Brief von Gudrun Ensslin, geschrieben aus dem Gefängnis, eingesprochen von der Schauspielerin Marie-Kristien Heger. Es wird ein sehr persönliches Plädoyer, und der wohl eindrücklichste Moment auf „Asymetria“.

Und der Verweis nach Leipzig? Juno6 und Daniel Stefanik haben ebenfalls die Live-Spuren von No Accident In Paradise erhalten und daraus zwei eigene Reworks produziert. Unter dem Namen Birds Two Cage arbeiten sie bereits seit geraumer Zeit an Ambient-Stücken. Eigentlich steht auch schon länger ein Album im Raum.

Während „Fragment I“ aufgeräumter, mit prägnant-breakigen Beat und einer etwas düster-cineastischen Grundstimmung dahin gleitet, bleibt „Fragment II“ näher am ursprünglichen Sound der Jenaer dran. Das nächste Mal sollten vielleicht alle fünf zusammen live auftreten – musikalische Schnittpunkte gibt es einige.

Parallel zu dem Album sind auch drei Videos zu drei Tracks entstanden – unten zu sehen.

Freude am Tanzen Website
Alle Teile der Ambient Week

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