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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Daniel Stefanik „Genesis“ (Statik Entertainment)

23. Dezember 2014 / Kommentare (0)

Daniel Stefanik hat ein neues Album – ein sehr klassisches und tief im Sound grabendes.

Sechs Jahre liegt „Reactivity“ zurück, zwei Jahre „Confidence“. „Genesis“ spannt nun den Bogen zwischen beiden Alben. Musikalisch und strukturell. Denn während  Statik Entertainment im Herbst 2008 einen stärkenden Rückzugsort für Daniel Stefanik bot, beschert er dem Leipziger Label heute einen würdigen Abschluss. „Genesis“ wird die letzte Veröffentlichung von Statik Entertainment sein. Nach 20 Jahren.

Für Daniel Stefanik dürfte es jedoch nicht der letzte Meilenstein sein. „Genesis“ klingt so, als hätte er eine Balance zwischen dem sehr introvertierten, dub-beeinflussten „Reactivity“ und dem weitaus offensiveren „Confidence“ gefunden.

Es ist eine neue Ebene mit den ihm vertrauten Mitteln. Sphärisch und tief lässt sich ein Großteil der neuen Stücke einfach fallen. In fein arrangierte Momente, Loop-Artefakte. Ohne direkte Ziele, ohne zwingende Effekte für den Dancefloor. Selbst „Sad Sweet Strange“, „Backyard Soul“ und „Lifted“ definieren Techno in einer dramaturgisch sehr offenen Form.

Dieser Fokus auf die lang gedehnten, repetitiven Momente lässt jedoch nur wenige richtige Anker zu. Trotz Dauer-Repeat schälen sich keine einzelnen Tracks als Solitäre heraus. Müssen sie auch nicht. Es ist ein Album mit sehr konzentrierter introvertierter Stimmung und sehr dicht zusammengehaltenem Sound. Federnd die Bassdrums, dicht verästelt die einzelnen Elemente, erneut mit einer gewissen Patina überzogen.

Am stärksten hallen bei mir die Ambient-Tracks „And There Was Morning“, „The Seventh Day“, „Secret Garden“ und „Spiritual“ nach. Ihrer kompletten Losgelöstheit wegen. „Greater Than Yourself“ und „Reverting“ greifen dies ebenfalls auf, allerdings mit anziehend holprigem Schub.

„Genesis“ zeigt einmal mehr die tiefe Verwurzelung von Daniel Stefanik im Techno und Ambient der klassischen Form. Wo es ganz klar um die Faszination der Zeitlosigkeit geht und weniger um das Ausloten von neuen Grenzen.

Daniel Stefanik Website
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