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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Wright & Bastard „Floating Dust“ (Beatalistics Rec.)

23. Februar 2015 / Kommentare (0)

Bereits im letzten Herbst veröffentlichte das Freiburger Label Beatalistics die „Floating Dust EP“ des Leipzigers Wright & Bastard – hui, so sommerliche Vibes habe ich jetzt irgendwie nicht erwartet. Passt zum Samstagmorgen, da mache ich mir glatt mal einen Kaffee.

Wright & Bastard hat seine Hausaufgaben gemacht: Die EP erinnert stark an die atmosphärischen, jazzy Tunes von Labels wie Soul:R, Signature oder Hospital Records und ist solide produziert. Ja, das Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden und gern schrammen die fünf Stücke am schmalen Grat zum Kitsch entlang. Ecken und Kanten finden sich nicht, niemand wird verstört das Sofa verlassen, aber das muss ja nicht das Ziel sein.

Die Trickkiste dürfte aufmerksamen Drum & Bass-Hörern bekannt sein: Jazz-Samples, zuckersüß-melancholische Melodien und verhallte Hintergrundsounds packen uns in eine watteweiche Wohlfühlklangtapete. Beim titelgebenden Eröffnungsstück „Floating Dust“ wird mir spätestens mit dem Erotik-Saxophon-Sample etwas zu gewollt über das Ziel hinausgeschossen, hier schreit einen die verträumte Atmosphäre regelrecht an.

„Drive“, das zusammen mit Wintermute produziert wurde, behält den Faden bei, allerdings auf einem leicht angeglitchten HipHop-Beat und überrascht dann doch mit kleinen, organischen Rhodes-Piano-Melodiespielereien. Ein wenig zugekleistert mit Stimm- und Saxophon-Samples ist das Stück dennoch.

Bei „Bad Habits“ fallen diese dann erstmals weg, dafür stehen Piano-Chords im Vordergrund, die einen klassischen Drum & Bass-Track-Aufbau begleiten. In den Pausen schwelgt es wie gewohnt vor sich hin, so wie es dann doch sehr häufig schon gehört wurde – ein netter Füller fürs Warm-up.

Mit „Dat Vibe“ haut uns Wright & Bastard dann einen Hip-Hop-Beat um die Ohren, wie er auch in den 90ern hätte produziert werden können. Durch die roh eingesetzten Samples mein Highlight der EP – ziemlich funky und sogar ohne Saxophon werden hier die Chillout-Klischees schön umschifft.

Ähnlich funktioniert dann auch „Fading Away“, wartet in der Mitte aber mit dem obligatorischen Spannungsaufbau auf. Die anschließenden Harmonien ufern nicht so stark aus wie in den ersten drei Titeln der EP, sind aber doch arg pathetisch.

Insgesamt also doch eine etwas überladene, dafür in sich stimmige EP, zu der ich mir reduziertere Remixe gut vorstellen könnte. Wright & Bastard hat ein Händchen für Melodien, welche die Stücke nicht in so eine Hintergrund-Lounge-Beliebigkeit abgleiten lassen, aber einen Cocktail könnte ich mir statt des Kaffees jetzt auch ganz gut vorstellen.

Wright & Bastard Website
Beatalistics Rec. Website
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