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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Abe „Paddy Roy Bates“ (Doumen)

20. September 2016 / Kommentare (0)

Abe kommt aus Amsterdam und hat ein extrem feines Gespür für Electronica-Ambient-Schönheit und Avantgarde. Doumen ist begeistert.

Ich bin es auch, soviel gleich vorweg. „Paddy Roy Bates“ ist das Debüt-Album von Abe und es steckt voller Subtexte, die sich mehr oder weniger direkt heraushören lassen. Allein der Titel: Paddy Roy Bates war ursprünglich Major bei der britischen Armee, rief aber Ende der 1960er Jahre eine zurückgelassene Abwehrplattform zu einem eigenen Staat aus – Sealand. Er wollte von dort aus eigentlich einen Piratensender betreiben, um den britischen Rundfunkgesetzen zu entgehen. Stattdessen gab es einigen Trouble mit britischen Behörden und einem deutschen „Einwanderer“, der die Macht auf Sealand übernehmen wollte. Paddy Roy Bates ist mittlerweile gestorben, Sealand gibt es aber weiterhin – auch wenn es nicht als souveräner Staat anerkannt ist.

Tatsächlich tauchen in den Stücken von Abe immer wieder klangliche Hochsee-Assoziationen auf. Möwengeschrei, ein Tankerhorn und metallisches Rasseln beispielsweise. Und auch sonst schimmert permanent eine maritim-spröde Ästhetik durch – sowohl in den rauen Avantgarde- als auch den melodischen Momenten, die den Kontrast zwischen dem unberechenbaren Meer und einer massiven, trotz des Rostes standhaften Stahlfestung sehr gut vertont. Dazu entrückte Synths und unmittelbar wirkende Field Recordings, scharf geschnittene Samples und hintergründige Free Jazz-Ausfahrten.

„Paddy Roy Bates“ ist ein super einnehmendes Listening-Album, wie der Score eines zerkratzten, teilweise unscharfen Dokumentarfilmes.

Mit bedrohlichen, spielerischen und poetischen Phasen. Ein Album, dass sich mehrmals neu entfaltet und doch sehr kongruent als Gesamtwerk auftritt. Eric Dolphy, John Coltrane, Indian Raga sowie afrikanische, polyrhythmische Strukturen sollen Abe dabei musikalisch inspiriert haben. Kein Wunder, dass Doumen sich so freut, „denn für solche Alben haben sie das Label gemacht“, lässt der Info-Text durchblicken. Ein beseeltes Danke dafür.

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