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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Apollo Static „Flowers Of Despair“ (Ketzerpop)

28. Januar 2017 / Kommentare (1)

Im August 2016 gab Apollo Static mit dem Video zu „Flowers of Despair“ einen Ausblick auf das gleichnamige Debüt-Album. Nun ist es da – und es ist Pop im besten Sinne.

Pop ist oft ein schwieriges Thema. Nicht selten bedeutet Pop übertriebenes Pathos, kalkulierte Nostalgie und peinliche Gefühlsduselei. Da hilft es auch nicht, das Kürzel „Indie-“ als Entschuldigung davor zu schreiben.

Andererseits gibt es dann die Momente, in denen alles passt. Vielleicht, weil ein Song mit zeitlichen Abstand erst seine Wirkung entfaltet. Weil bestimmte Ideen beeindrucken, experimentelle Sounds vielleicht pointiert eingesetzt werden und damit auch versponnenere Musik einem größeren Publikum näher gebracht werden.

Disco eignet sich hervorragend als Beispiel dafür, wie Dancefloor-Ideen vom Mainstream aufgesogen wurden und in geglätteter Form dem Publikum verkauft wurde. Aber auch wie dadurch die Club-Kultur eine breitere Akzeptanz erreichte.Apollo Statics „Flowers of Despair“ setzt hier musikalisch an. Der Sound des Ketzerpop-Mitbegründers sehnt sich nach den Dancefloors der 80er und 70er zurück, das Songwriting behandelt eher zeitlose Themen. Das Gefühl, an sich und seiner Umwelt zu (ver-)zweifeln, dabei trotzdem die Momente der Schönheit und Zufriedenheit wahrzunehmen, steht im Zentrum.

Quasi „finding your balance with blood on your knees feet“ wie er in „Evergreen“ zu Klavier-Begleitung singt.

Glücklicherweise wird die vorherrschende Wehmut von Disco-beeinflusster Instrumentierung aufgefangen – mal funky wie in „Falcons Love“, mal balearisch wie in „Symmetry Reduction“. Gleichzeitig nimmt die Melancholie auch so einigen häufig als cheesy empfundenen Stilmitteln ihre Abgeschmacktheit. Das spürt man spätestens, wenn sich zu den 80er-Keyboards in „Sophisticated Heart“ ein Saxophon gesellt.

Und doch wirkt das nicht ironisch oder als Trash gemeint. Hier findet durchaus eine Auseinandersetzung mit der popmusikalischen Vergangenheit statt, die auch die im Nachhinein als albern empfundenen Möglichkeiten ernst nimmt. Auch das fast schon Badesee-taugliche instrumentale Outro „The Dog“ zeugt davon, dessen Konterpart „The Cat“ wiederum verschmitzt über den Dancefloor bolzt.

Apollo Static bringt das Kunststück fertig, zwar eingängige und harmonische, aber immer auch unaufdringliche Songs zu schreiben. Oder anders gesagt: Gut vorstellbar, dass die Stücke im Radio rotieren können, ohne bereits nach wenigen Tagen zu nerven.

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  • Jens / 27. Januar 2017 / um 13:36
    Übrigens: Record Release Party am 28.1. in Lindenau/Plagwitz. Secret Location.

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