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Antoinette Blume
„Denn Zuhause ist, wo Techno dich verschwinden lässt und die Toilette ein Brettchen bietet – zum Festhalten.“ Antoinette Blume schreibt nicht nur bei frohfroh über Technoliebe, Liebe und Techno, sondern auch bei mimiundkathe.com über Erlebnispornographie, sexy Times und Beziehungen. Liebesbriefe, Lob und Einladungskarten an: afterhour@frohfroh.de. Bild: David Szubotics

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Behind the nights – No Show

15. März 2017 / Kommentare (0)

Wir starten eine neue Reihe: Mit „Behind the nights“ wollen wir künftig schauen, wer hinter den Party-Reihen und Crews steht, die Leipzig mit lokal und international gut kuratierten Nächten beglücken. Los geht’s mit No Show.

Ohne viel Erklärungsbedarf kommt No Show daher. No Show, just Techno – das reicht. Wobei, 2-3 Sachen gilt es dann vielleicht doch zu erwähnen, wenn man schon die Gelegenheit dazu hat.

Von Geburts- und Feiertagen

Die No Show-Crew gibt es seit der Eröffnung des Instituts für Zukunft, also seit bald drei Jahren. Die Geburtstage fallen somit geschwisterlich aufeinander, das IfZ ist noch dazu die Geburtsstätte itself.

No Show ist damit eines der jüngsten Frauen*-DJ-Kollektive Leipzigs, bestehend aus vakuM, kikimike, Salomé, s.ra, Karete Bu, Talla, CLPS, fr. JPLA als DJs und aus Lena, Jule und Maria als unverzichtbaren Support in allen Höhen- und Schieflagen. Die Girls organisieren sich als Kollektiv, treffen sich un- bis regelmäßig zum Plenum und gestalten ihre Party von der musikalischen Seite bis zum Grafikdesign selbst.

Drei- bis viermal im On-Jahr – bei manch einem wird das Kalenderjahr eher in On- und Off-Zeiten der Clubs statt in Semesterabständen unterteilt – kommen wir somit in den Genuss einer ausgewählt schönen Techno-Party, mal im Alleingang oder als Kombipaket mit weiteren, externen Künstler_innen, wie zum Beispiel Electric Indigo, Denise Rabe, Nicole Rosie oder Dasha Rush. Wobei: Dasha Rush musste leider wegen Krankheit ausfallen – es wird aber nachgeholt. Mau-Mau

Ähh, halt mal – als wäre das so ungewöhnlich, dass Frauen* die Technik, Musik und die Organisation übernehmen? Leider ja, schon. In Leipzig sind wir durch die geleistete Vorarbeit verschiedener Kollektive, Booker_innen und Clubentscheidungen schon teilweise positiv daran gewöhnt, viele weibliche/queere Musiker_innen regelmäßig zu erleben, zum Beispiel im IfZ oder Westwerk. So soll‘s sein. Aber in den meisten – auch Leipziger – Line-Ups sieht es da eher mau aus. Mehr als mau, um nicht zu sagen mau-mau.

Trotzdem geht es dem Kollektiv nicht darum, dass ein Only Female Line-up als Aushängeschild auf Flyern und Karten prangert. Es geht ums Machen, Schaffen, Organisieren – überzufällig sind es weibliche DJs, die das alles in die Hand nehmen und in der Hand haben. Den Marker Female Line-up braucht es nicht; warum das offensichtliche nochmal als Werbemittel draufdrücken?

Eben. Hier und da blitzt auch mal ein männlicher DJ im Timetable auf, das schließt sich nicht aus. Die Crew setzt sich natürlich-selbstverständlich und nicht künstlich mit der Thematik auseinander. Umso happier sind die Veranstaltenden, wenn genau das richtig verstanden wird und Jungs_Mädchen aus der Clubtür ins Tageslicht treten, mit dem Nachhall: Das waren ja richtig gute DJs heute. Und mal zur Abwechslung nur Frauen.

PS: Wer sich von den Qualitäten der No Show-Reihe überzeugen mag, oder schon Fangirl_boi ist, aber noch nicht auf dem Schirm hat, dass es da einen wichtigen Termin vorzumerken gibt, der streiche sich ein schwarzes X für den 18. März ein. Denn da fusionieren No Show und Caramba!Rec und laden euch zum Wechselwellenbad zwischen Trakt I, bespielt von No Show, und Trakt II, in den Fängen der Caramba!Rec-Crew, ein. Dazukommen wird dieses Mal Insolate – Vorfreude!

*= Das * steht für diejenigen, die den gesellschaftlich geprägten Normen von Geschlecht, Geschlechtsidentität und/oder sexueller Orientierung nicht entsprechen.

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