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Jens
Im Stadtmagazin kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Mixen mit unbekannten Platten – Plattentaschenbingo

18. April 2017 / Kommentare (0)

Am kommenden Freitag gibt es im IfZ ein Plattentaschenbingo. Was das sein soll? Wir erklären es und haben sogar einen Mix, der zeigt, wie es ablaufen kann.

Wahrscheinlich findet jedes Wochenende bei irgendeinem Warm-up zu Hause oder der Afterhour vorm eigenen Plattenregal ein Plattentaschenbingo statt. Dann wird beiläufig in der Plattentasche von Freunden gestöbert, vielleicht auch eine Scheibe rausgeholt und aufgelegt.

Öffentlich im Club dürfte dieses spontane Suchen in fremden Plattentaschen selten vorkommen. Beim Plattentaschenbingo wird dies anders sein. Dann müssen 19 eingeladene DJs ihre wie sonst auch gefüllten Plattentaschen abgeben und bekommen eine andere Tasche zugelost. 20 Minuten haben sie danach Zeit, sich mit dem unbekannten Inhalt zu beschäftigen, um ein einstündiges Set zu spielen.

Eingeladen sind: aннеттe, Basco, Credit 00, Dahmar, Helge Misof, Jonas Palzer, Konrad Wehrmeister, Leibniz, Neele, Oh Walter, Onetake, Phonatic, Prismic, Qnete, Sevensol, Shape, Tobi, True Kunze und Usunov. Eine gute Mischung also, bei dem es einige Überraschungen geben dürfte. Alle Einnahmen werden übrigens an Geflüchtete gespendet, die an der HGB mit einigen bürokratischen Hürden zu kämpfen haben.

Wie das klingen kann, zeigt und erzählt uns der Bremer DJ und Producer Qnete. Sonst eher mit klassisch deepen House und Techno vertraut, bekam von seinem Freund Onemadarchitect, einem Drum & Bass-Freund, die Plattentasche überreicht. Hier sein exklusiver Mix für uns:

Wie ist es, mit fremden Platten zu spielen?

Ich habe das schon öfter gemacht. Nicht für Mixes in voller Länge, sondern bei Freunden im Wohnzimmer. Da gab es Aufforderungen wie „Komm Marvin, mach mal deinen ersten Drum & Bass-Übergang“ oder jemand holt mit schamrotem Gesicht seine fiesesten Dubstep-Bretter aus der hintersten Ecke und die legen dann alle gemeinsam auf und lachen.

Musikalisch bist du sonst woanders unterwegs – nach welchen Kriterien hast du hier die Stücke ausgewählt?

Insgeheim bin ich großer Fan von Grime- und UK-Spaß-Sachen, aber ich bin noch nie so richtig dazu übergegangen das selber aufzulegen. Ich freue mich aber immer, das auf einer Party zu hören. Das kommt hier in Bremen aber gar nicht so häufig vor.

Marcel aka One Mad Architect ist Teil einer Crew, die zwei bis drei Mal im Jahr große Bassmusik-Acts einladen und ich weiß, dass er gern diese Art Musik auflegt. Also habe ich ihn gefragt, ob er mir ein paar Sachen raussuchen kann und ich nehme einen Mix damit auf. Was genau er auswählt, wusste ich natürlich nicht.

Hast du die Platten vorgehört oder ad hoc mit dem Mix angefangen?

Ich bin glaube, ich bin so vorgegangen, wie es bei der Bingo-Party auch sein wird. Ich habe die Auswahl bekommen und mich kurz reingehört. Ein bisschen wie im Plattenladen. Für den Anfang wollte ich ruhigere Tracks und dann irgendwann Party. Alles ziemlich ad hoc. Irgendwie kriegt man Platten immer schon aneinander.

Was war besonders herausfordernd?

Viele der Labels nicht zu kennen, von denen die Platten sind und dadurch nicht so intuitiv eine Verbindung von der visuellen zur musikalischen Ebene herstellen zu können. Wobei manche der Platten ziemliche trashige Artwork-Verbrechen waren – dann fiel es einfacher.

Wirst du künftig mehr breakige Sachen auflegen?

Ich versuche der Regel zu folgen, dass meine Sets immer für eine Überraschung gut sind.


Das große Plattentaschenbingo // 21. April 2017 // 23Uhr //  Institut fuer Zukunft // FB-Event

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