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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Behind the nights – Boundless Beatz

07. Dezember 2017 / Kommentare (0)

Jubiläum, Jubiläum: Zehn Jahre schon feiern die Breakbeat-Heads mit Boundless Beatz. Wir schauen mit audite von der Crew zurück.

Wer in den letzten zehn Jahren gern zu Drum & Bass, Dubstep und ähnlichem tanzen gegangen ist, dürfte früher oder später mit Sicherheit auf Boundless Beatz gestoßen sein. Kein Wunder – der Kopf dahinter, audite, gehört zu den umtriebigsten Akteuren im Bereich der gebrochenen Beats in Leipzig. Neben zahllosen DJ-Gigs und Radio-Shows sind es vor allem seine Aktivitäten im Veranstaltungsbereich, die die Vielfalt der lokalen Breakbeat-Szene fördern.

2005 verschlug es audite nicht nur für das Studium von Mainz nach Leipzig. Durch Metasound, jetziger Label-Chef von Break The Surface, lernte er die hiesige Szene kennen und begann auch recht schnell, mit ihm diverse Projekte anzustoßen bzw. gemeinsam fortzuführen. Im Staubsauger veranstalteten sie die Bassline Surfers Sessions und hosteten abwechselnd die zuvor von Metasound gegründete Radiosendung „3tes Ohr“.

Zwei Jahre später fiel der Startschuss für Boundless Beatz: Die erste Radioshow unter dem neuen Namen lief auf DNB Radio und im Jahr darauf fand die erste größere Party im Westwerk statt, bei der Boundless Beatz zunächst nur als „Crew-Name“ auf dem Flyer auftauchte – ihr wisst schon, das was immer in den Klammern hinter den DJs steht. Dennoch sollte es bis 2013 dauern, bis sich Boundless Beatz mit Dubbalot zur Crew erweiterte, erzählt audite:

„Nach meinen ersten Erfahrungen war es mir lieber, die Fäden erstmal allein zu ziehen, da ich dadurch viel freier in meinen Entscheidungen und auch flexibler in den Line-ups war. Ich musste keine weiteren Crew-DJs bei der Gestaltung des Line-ups einbinden und konnte so immer stärker an einem musikalischen roten Faden arbeiten, dem ich mich selbst entsprechend unterordnete.“In der Zwischenzeit folgten viele Veranstaltungen, die auch mal bestimmte Genres in den Vordergrund stellten: Von Dubstep über Ragga Jungle zu Liquid Funk oder 90ies HipHop wurden die verschiedenen Schubladen im Bereich Breakbeat durchwühlt. Dabei arbeitete audite oft mit anderen Veranstaltern in allen möglichen Locations zusammen und konzipierte z.B. einen Boundless Beatz-Floor auf einer Sehstörung-Party in der G16. Aber auch die Partys im Absturz, die er zusammen mit J.SN veranstaltete, sind in Erinnerung geblieben:

„Die Absturz-Partys sind vom Vibe her bis heute unerreicht geblieben.“

– „Trotz der extrem schwierigen Situation mit dem Besitzer war es ein sehr angenehmes Zusammenarbeiten mit der Crew vor Ort.“

Rückblende: Aufgrund großer Streitigkeiten mit der Feinkost-Genossenschaft war der Absturz eine Zeit lang die wahrscheinlich umstrittenste Location der Stadt, die sich dennoch nicht über einen Mangel an Gästen stören musste.

„Ich konnte relativ unbekannte DJ-Freunde aus ganz Deutschland einladen, da die Bude nicht wegen des Line-ups, sondern wegen der Party voll wurde. Die gute Stimmung unter den Künstlern und der Crew übertrug sich auf das Publikum und somit waren das ganz tolle Nächte“, sagt audite.Die Förderung neuer und junger Acts wurde seitdem bei Boundless Beatz groß geschrieben – auch mit einer im Club-Kontext eher selten aufgegriffenen Idee: Beim „Newcomer Rollout“ können sich aufstrebende DJs und Producer auf einen Slot bei den Partys bewerben. So wurden Talente wie z.B. Cook!, Kator, dreadmaul, BRKN1, Dubbalot und MechxnizeD gefördert.

„Das ist das, worauf ich als Promoter am meisten stolz bin. Es macht mich glücklich zu sehen, dass ich hier meinen Teil zu einer gewissen Nachhaltigkeit der Kultur beitragen konnte und diese Jugendförderung vermisse ich ehrlich gesagt bei den meisten anderen Crews bis heute“, resümiert audite.

dreadmaul ist dann auch der Grund für die Label-Erweiterung bei Boundless Beatz im Jahr 2015. Seitdem wird die Crew zusätzlich von Sophia unterstützt. Gute Sache, bleibt doch immer weniger Zeit für das Wesentliche:

„Was sich natürlich stark geändert hat, ist die Abhängigkeit bzgl. Social Media. Man muss als Label und Promoter eigentlich Soundcloud, Hearthis, Facebook, Youtube, Twitter, Instagram und mindestens noch die eigene Homepage im Blick haben. Wenn man das jeden Tag vernünftig abarbeiten will, ist der Tag rum,“ so audite.

Ebenso auffällig sind für ihn auch die Erwartungen des Publikums, das sich inzwischen viel leichter vorab über die Party, die Künstler und deren Musik sowie über die Locations informieren kann: „Die Bereitschaft sich mit Geduld auf einen Abend einzulassen und zu schauen, was mit einem selbst und den anderen passiert, ist deutlich geringer als früher. Wenn manche Gäste nicht sofort das bekommen, was sie wollen, können sie mitunter anstrengend werden.“

Dass sich audite und die restliche Crew von Boundless Beatz dennoch nicht von ihren Aktivitäten abhalten lassen, sieht man nicht nur an den vielen größeren Bookings in den letzten Jahren: Mit S.P.Y., Chimpo, Skittles, Command Strange, Intelligent Manners, Joe Syntax und Ed:it waren so einige Schwergewichte des Drum & Bass zu Gast – einige absolvierten sogar ihre ersten Auftritte in Deutschland dank Boundless Beatz. Und natürlich, auch das Jubiläum wird am 8.12. in der Distillery ausgiebig gefeiert.

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