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Antoinette Blume
„Denn Zuhause ist, wo Techno dich verschwinden lässt und die Toilette ein Brettchen bietet – zum Festhalten.“ Antoinette Blume schreibt nicht nur bei frohfroh über Technoliebe, Liebe und Techno, sondern auch bei mimiundkathe.com über Erlebnispornographie, sexy Times und Beziehungen. Liebesbriefe, Lob und Einladungskarten an: afterhour@frohfroh.de. Bild: David Szubotics

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Neues Festival für Leipzig: Balance – Club / Culture

29. Mai 2018 / Kommentare (0)

Das Balance – Club / Culture-Festival setzt auf Kulturräume, Diversität und die Schnittmenge zwischen Clubkultur und Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Frage, was moderne Clubkultur zu gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart beiträgt und beitragen kann.

Kulturfestival
So ganz unbekannt und neu ist der Name Balance in Leipzig nicht. Als Veranstaltungsreihe im Institut fuer Zukunft, bei der in der Vergangenheit zum Beispiel die ukrainische Crew Cxema oder das tschechische Kollektiv Polygon eingeladen wurden, ist die Balance seit einiger Zeit bekannt. Diese Veranstaltungen sind als Prologe zu verstehen – jetzt kommt (nach zwei Jahren Planung) also das erste Kapitel, das erste Balance – Club / Culture-Festival.

An vier Tagen werden hier nicht nur nationale und internationale Künstler/innen in Leipzig, sondern auch verschiedene Kunstformen und Musikgenres, zusammenkommen. DJ Stingray, Atom™, Aïsha Devi, Umfang, Ikonika, Coucou Chloe, Mor Elian, Shygirl, Rui Ho, Bonaventure und das Duo Schwefelgelb sind u.a. angekündigt. Natürlich sind auch Künstler/innen aus Leipzig vertreten: Neele, DJ Minusminus, Black Nakhur, Nadine Talakovics, Dorothy Parker und XVII sind zum ersten Balance-Festival ebenfalls mit dabei.

Wer nach dieser Liste „nur“ ein modernes Musikfestival erwartet, liegt allerdings ziemlich falsch. Konzerte, Installationen, Talks, Raum für Diskussion, eine Filmvorführung und ja, natürlich auch Clubnächte, werden zu einem Kulturfestival.Mikro – Meta – Makro
Das Balance-Projekt setzt sich mit der Definition und dem kritischen Hinterfragen von moderner Clubkultur als solche auseinander. Und macht sie gleichzeitig, auf progressive Art und Weise, erlebbar. Die Frage „Was trägt moderne Clubkultur zu politischen Prozessen bei?“ stellt sich somit direkt und indirekt, zwischen und mit dem Publikum, den Künstlern/innen, Akteuren/innen und Kuratoren/innen, inner- und womöglich außerhalb der Festivalevents.

Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Georgien, bei denen sich als Reaktion auf einen gewaltsamen Polizeieinsatz u.a. im Club Bassiani, hunderte Menschen vor dem Regierungsgebäude in Tiflis zu einer Demonstration unter dem Motto „We dance together – we fight together“ zusammenfanden, ist das Festivalprogramm noch gegenwärtiger geworden. Auch die von 170 Berliner Clubs initiierte Anti-AfD-Demonstration, bei der 70.000 Menschen auf die Straße gingen, zeigt Clubkultur in der Rolle als soziale, politische Begegnungsstätte – mit Revolutionspotenzial.

Programm, Locations und Tickets
Wer alle Veranstaltungen des Balance-Festivals erleben möchte, wird von Donnerstag bis Sonntag (31. Mai – 3. Juni) das Institut fuer Zukunft, die naTo, das UT Connewitz und die Galerie KUB ansteuern. Den Anfang markiert die Vernissage zur Ausstellung des serbischen Künstlers Bogomir Doringer mit seiner Kunstinstallation „I Dance Alone“ in der Galerie KUB. Doringer zeigt Menschen beim Tanzen – aus der Vogelperspektive. Er beobachtet damit, ob und wie Menschen beim Tanzen interagieren, welche Formen dabei entstehen und zeigt die Tanzenden als sich bewegende, kollektive Körper.

Ab 22 Uhr heißt es dann Balance x Channel im IfZ mit DJ Stingray. Von Freitag bis Sonntag geht es genauso hochkarätig weiter. Das Samstags-Konzert im UT Connewitz mit Atom™, Aïsha Devi, Lyra Pramuk und Ana Bogner ist aber sicher noch ein besonderes Highlight. Das Festival endet mit einem BBQ in der Galerie KUB und zwei Talks. Mit Peter Kirn kann man sich beim „Tech Talk“ (ebenfalls Galerie KUB) austauschen, anschließend geht es zum wirklich letzten Event in die naTo, zu einem Gespräch mit den Künstlern/innen Umfang und stud1nt (Discwoman), moderiert von Sarah Ulrich und Charlotte Eifler von Feat. Fem*.

Einen Hintergrundartikel mit Stimmen von Kyle van Horn (Kurator), Xaver Thiem (Veranstalter), Bogomir Doringer (Künstler) und Anja Kaiser (Designerin) findet ihr bei Spex, online und for free.

Tickets (auch für einzelne Events) gibt es hier: balance.ifz.me
FB-Event.

Programm

Donnerstag, 31. Mai

19:00 / galerie KUB / (freier Eintritt)
Ausstellung / Vernissage ‘I Dance Alone’ von Bogomir Doringer + Präsens Editionen Showcase

22:00 / Institut fuer Zukunft / Balance x CHANNEL
mit DJ Stingray [USA], Mor Elian [Fever AM, USA], Neele [IfZ/G-Edit, DE], DJ minusminus [CHANNEL, DE]

Freitag, 1. Juni

18:00 / galerie KUB / Artist interview / (freier Eintritt)
Yuko Asanuma interviewt Ikonika

19:30 / galerie KUB / Artist interview / (freier Eintritt)
Lisa Blanning interviewt Bill Kouligas

22:00 / Institut fuer Zukunft
mit Ikonika [Hyperdub, UK], Schwefelgelb – live [aufnahme + wiedergabe, DE], Coucou Chloe – live [Nuxxe, UK], Shygirl – live [Nuxxe, UK], Bill Kouligas [PAN, DE], XVII [IfZ, DE]

Samstag, 2. Juni

17:00 / naTo / Film + Talk / (freier Eintritt)
Voguing as Empowerment for Queer Refugees
Film: ‘Berlin is Burning’
Gespräch mit Future V, moderiert von Sarah Ulrich

19:00 / UT Connewitz / Konzert
Atom™ – live [Raster Medien, CHL/DE]
Aïsha Devi – live [Houndstooth, CH]
Lyra Pramuk – live [Objects Limited, USA/DE]
Ana Bogner – live [oxxxi, DE]

23:59 / Institut fuer Zukunft / Club night – Discwoman Showcase
mit UMFANG [Discwoman, USA], stud1nt [Discwoman, USA], RUI HO – live premiere [Objects Limited, CHN/DE], Bonaventure [NON Worldwide, PRT], Black Nakhur [Pneuma-dor, DE], Dorothy Parker [Cry Baby, DE], Nadine Talakovics [No Show, Distillery, DE]

Sonntag, 3. Juni

14:00 / Galerie KUB / (freier Eintritt)
Closing Barbeque

16:00 / Galerie KUB / Tech Talk / (freier Eintritt)
Modular ideas and music – an introduction using free software (mit Peter Kirn)

18:00 / naTo / Artist Talk / (freier Eintritt)
‘Shake the patriarchy: Collective organization as a feminist strategy in the music industry’
mit: UMFANG und stud1nt (Discwoman)
In Kooperation und moderiert von Feat. Fem* mit Charlotte Eifler und Sarah Ulrich

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