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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Review, Review: Tinkah, Relapse, WaqWaq Kingdom und Kontrapunkt

27. April 2019 / Kommentare (0)

Es passiert sehr viel in Leipzig und wir hängen notorisch mit den Reviews hinterher. Einige Veröffentlichungen möchte ich daher im Schnelldurchlauf vorstellen.

Tinkah „Thoughts You Are Not Supposed To Speak Out In Public“ (Human)

Tinkah bringt sechs eigene Tracks im Alleingang auf seinem neu gegründeten Label Human heraus und feilt weiter an seinen verträumten Sounds, die wir vor allem von seinen Tapes auf Pattern // Select kennen. Faszinierend, wie er sich seit seinen Uptempo-Tracks als RUZ mehr und mehr vom Dancefloor wegbewegt und dabei in meinen Ohren an musikalischer Qualität hinzugewinnt. Allein, wie die nächtliche Stimmung von „Thought 4 (Part 1)“ in „Thought 4 (Part 2)“ überführt und dort plötzlich mit Sonnenstrahlen durchflutet wird, reicht für eine definitive Kaufempfehlung aus. Wahnsinn!

Relapse „Your Mouth In My Hands / Multilingual Talk Channel“ (Minor Mora)

Gar nicht soweit weg von Tinkah entfernt ist der Sound von Relapse auf einer neuen 7″ des Minor Labels. Auch hier bildet die vertracktere Seite im Drum’n’Bass die Grundlage für zwei leicht darke Tracks, die aber gerade durch ihre Kürze vom gängigen, DJ-freundlichen Aufbau recht losgelöst sind. Dadurch wirken die Tracks wie Ausschnitte, die kurioserweise direkt zum Punkt kommen und eben gerade dadurch die Frage aufwerfen, ob im Spotify- und Digital-DJ-Zeitalter überhaupt noch längere Track-Strukturen notwendig sind.

WaqWaq Kingdom live at Bassmæssage (Jahtari)

Jahtari dokumentieren den knapp 60-minütigen Auftritt von WaqWaq Kingdom bei der Bassmæssage in digitaler wie auch in Kassetten-Form. Dabei gibt es einerseits Material der ersten beiden EPs zu hören, aber auch unveröffentlichte Musik. Ich bin mir nicht sicher, ob dies für Menschen, die keine Hardcore-Fans der Band sind, als eigenständiges Release Sinn macht. Natürlich ist es unfair, den rohen Live-Mitschnitt mit den ausgearbeiteten Tracks zu vergleichen, dennoch tendiere ich dazu, letzteren den Vorzug zu geben – und schaue mir für Live-Impressionen dann gleich die Videos zum Auftritt an.

Various Artists „Kontrapunkt 03“ (Kontrapunkt)

Schon im Oktober 2018 ist die dritte Kontrapunkt-Compilation erschienen, einer der vielen an dieser Stelle vergessenen Releases. Acht sehr unterschiedliche Sücke teilen sich hier zwei Vinyl-Seiten. Nicht alle überzeugen mich: So schraubt sich „Happy Sledging“ von Schönfeld ein wenig ziellos durch die Gegend, wohingegen das Lo-Fi-Geplucker in „Stardancer“ recht charmant rüberkommt. „~~~~“ von Leo erforscht die breakbeatlastigen Ambient-Klänge der IDM-Neunziger und macht seine Sache auch gut, ruft bei mir aber fieserweise automatisch den Vergleich zu Astrobotnia und Co. hervor und kann sich davon nicht genug emanzipieren. Ebenfalls recht stark in die Vergangenheit schaut Lenny Frings mit „Enjoy Your Meal“: Breakbeats und Acid-Anleihen treffen auf einen sommerlichen Vibe. Schon irgendwie sehr retro, passt dafür wunderbar zum aufkommenden Sommer. Und dann bin ich leider wieder komplett raus: Die Ethno-Gesänge auf Nikita von Tiraspols Dub-Techno-Track „Es sehen bessere Zeiten“ sind so gar nicht mein Hut. Dann doch lieber das schrullige Glockenspiel-Interlude „Myggens Fridag“, das brachiale SDW-Intro und auch gern das spaßige Acid-Gehämmer von Edelberts „Bruuuum“. Ergo eine recht durchwachsene Platte mit guten Momenten, bei der die Tracks in der Gesamtheit nicht so richtig zusammenfinden.

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