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Jens
Im Stadtmagazin kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Kulissenblick

25. September 2012 / Kommentare (2)

„Wir wagen Transparenz – in Form eines Blogs“. Analogsoul und Klinke Auf Cinch zeigen in einem eigenen Blog die einzelnen Schritte auf, die auf dem Weg zum eigenen Album zu bestreiten sind. Wir sind Teil des Systems. Und auch wir wagen mal Transparenz.

Releasing A Record heißt das Projekt von Klinke Auf Cinch und Analogsoul. Auch an mir ist es in den vergangenen sechs Wochen nicht vorbeigegangen. Mastering, Artwork, Booking, Promo und die damit verbundenen Kosten werden in kurzen Hintergrundgeschichten offen präsentiert. Teilweise in Videos. Keine schlechte Idee, um die Promotionsphase eines Album auszudehnen.

Normalerweise spielt die sich für die Öffentlichkeit ja erst kurz vor und kurz nach dem Veröffentlichungsdatum ab. Das neue Klinke Auf Cinch-Album erscheint aber erst Ende November. Doch bereits jetzt ist es im Gespräch. Allerdings funktioniert die Idee sehr wahrscheinlich auch nur dieses eine mal.

Beim Thema Promotion kommen auch wir mit ins Spiel. Gestern um 13:35 Uhr schrieb Fabian Schütze von Analogsoul eine Mail und meinte, er würde sich freuen, wenn wir auf das Projekt hinweisen könnten. Eine kurze Mail mit durchaus großer Wirkung. Denn obwohl ich das Projekt auf dem Schirm habe und auch vor hatte, es in irgendeine Weise bei frohfroh zu erwähnen, so hievt diese persönliche Mail das Thema auf der Agenda noch einmal hoch.

Das heißt nicht, dass dies immer so wäre. Im Mittelpunkt steht die Relevanz eines Themas. Fabians Mail hätte mich kalt gelassen, wenn sie einen Blog zum Brotbacken aufgesetzt hätten. Und nicht immer fallen die Analogsoul-Veröffentlichungen auch in das frohfroh-Feld – siehe das soeben erschienene Lilabungalow-Album. Aber es gibt einen spannenden Aufhänger. Und einen Impuls im richtigen Moment.

Doch was macht Themen spannend? Wenn sie mehr zu erzählen haben, als das bloße Verkünden von Fakten. Wenn sich dadurch Kontexte vermitteln oder verbinden lassen. Das klingt theoretisch, ist es in der Regel aber gar nicht. Mit einer gewissen Erfahrung innerhalb eines bestimmten Themenfeldes kann man sich auch auf das Bauchgefühl verlassen. Natürlich kann das auch daneben gehen.

Und dann der Mythos der Objektivität. frohfroh ist persönlich eingefärbter Blog und Magazin zugleich. Die Grenzen sind also etwas fließender, wenn auch im Hinterkopf präsent. Bei Klinke Auf Cinch könnte es pikant sein: mit Clemens aus der Band bin ich in die Schule gegangen. Kumpel-Business könnte hier dominieren. Einfach nur Superlative verwenden, Album hoch loben, alles verlinken.

Doch frohfroh ist für mich nicht der verlängerte Arm einer Promo-Abteilung oder ein ungefilterter Kanal für die Musik von Freunden und Bekannten. Die Sympathien mögen noch so ausgeprägt sein, einen gewissen Ethos mag ich nicht aufgeben. Denn das ist mein Spaß an der Sache.

Doch worum ging es eigentlich? Um Releasing A Record.

Klinke Auf Cinch Website
Analogsoul Website
Mehr zu Analogsoul bei frohfroh

CommentComment

  • releasingarecord.de - Blogs und Pressebilder - recordJet Blog / 05. Oktober 2012 / um 11:36
    [...] erste Früchte in Gestalt erster sympathischer und sympathisierender Artikel, z.B. hier und hier, hier und hier. Außerdem gab es einen Pressebilder-Fotoshoot zu dem euer Feedback gefragt [...]
  • andreas / 25. September 2012 / um 15:04
    sehr schön, dass du das projekt zum anlass nimmst, dich selbst "nackig" zu machen. bloggen, der mythos der objektivität, promomails ... ich meine, wieviel bekommt ein etabliertes blog wie frohfroh pro tag? ein dutzend? mehr?

    ich wollte zur motivation des projekts nur noch eine facette hinzufügen. ja, releasingarecord ist auch dazu da, aufmerksamkeit auf das album & die band zu lenken. nein, diese promowirkung ist kein selbstzweck!

    es geht schon auch ganz ehrlich darum zu zeigen, was wir so machen. das hat - achtung jetzt interpretiere ich uns selbst - vermutlich auch damit etwas zu tun, dass man als DIY-gewächs ja die ganze zeit immer etwas unsicher um sich herum guckt und überlegt: wie machen das die anderen eigentlich.

    der impetus ist nicht ausschließlich ausladend (schaut her! berichtet darüber!) sondern wir sind ehrlich an feedback interessiert, gern auch kritischem! von hörern, anderen bands, anderen labels, bloggern, etc.

    deswegen danke für deinen post!

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