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Jens
Im Stadtmagazin kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Soundforschungen in Lindenau

25. Februar 2013 / Kommentare (0)

Blackred ist längst nicht allein mit seiner Liebe zum sphärischen, futuristisch anmutenden Electro-Sound hier in der Stadt. Seit letztem Sommer ist Yuyay auf ähnlichem Kurs unterwegs.

Mythen sind das große Ding im weiten Feld des Electro. Kryptische Zeichen und Theorien, retro-futuristische Reisen, unbekannte Künstler mit verschlungenen Label-Strukturen. Yuyay Records macht mit bei der Mythenbildung – aber nicht im Irgendwo, sondern in Lindenau. Im August veröffentlichte das Label erstmals eine EP via Bandcamp. Im Oktober die zweite, soeben die Dritte.

Scheinbar immer von anderen Künstlern, Investigators bei Yuyay genannt – Rey Y. Pastor, Gottfried Y. Leibniz, Sophus Y. Lie. Ohne das Label-Y. allesamt große Mathematiker aus vergangenen Jahrhunderten. Yuyay ist nun eine musikalische Verneigung von Yskay’ntikuna – wörtlich: zwei Sonnen –, „einem sagenumwobenen, ausgestorbenen Stamm von vorzeitlichen Wissenschaftlern und Mathematikern, deren Erforschung durch die Musik von Yuyay vorangetrieben und interpretiert wird“. So ist es dem Label-Betreiber zu entlocken.

Ein obskures Gesamtwerk also mit ehemaligen, sonnenanbetenden Superwissenschaftlichern, bei dem auch die Grafik passend reinspielt. Nicht nur, indem die Cover wie Vinyl-Etiketten aussehen. Musikalisch gleiten die drei bisherigen EPs auf analog klingenden Pfaden, entlang von Detroit Electro, Ambient, Electronica und House. Alles im Abtauchmodus mit verspielter und mäandernder Musikalität und in irgendwie entrückter Weise.

Eine wohltuende Überraschung im Bandcamp-Dschungel, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Mythen-Dosierung nicht doch zu stark ausfällt, um sich darin fallen lassen zu können. Vielleicht fehlt mir aber auch der mathematische Kick im Kopf.

Yuyay Records Website

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