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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Neues aus der Wolke – Ranko

12. November 2013 / Kommentare (2)

Premiere bei „Neues aus der Wolke“: erstmals geht es abseits der geraden Bassdrums. Durch Zufall haben wir bei Soundcloud nämlich einen gewissen Ranko entdeckt.

Dass sich in Leipzig eine überaus vitale Instrumental-HipHop-Szene entwickelt hat, dürfte spätestens seit dem Start des Resistant Mindz-Labels deutlich geworden sein. Lässig-vertrackte Beats mit viel Soul darum, elektronisch tight gesetzt, da schmelzen die Genre-Grenzen schnell.

So auch bei Ranko. Als Producer ist er noch recht jung dabei. Was aber eben gleich auffiel, war die beeindruckende Vielseitigkeit seiner Stücke. Avant-HipHop hier, Trap dort. Und dann schickte Ranko beim ersten Herantasten noch einen Secret Link mit warm pumpenden House, der einiges vom britischen Bass aufgesogen hatte.

Einige der Tracks gibt es möglicherweise im nächsten Jahr auf Filburts Label O*RS zu hören. Dort erscheint Rankos Debüt. Vorher erzählt er jedoch selbst, woher er kommt und wohin er möchte. Und wir haben noch zwei Fragen zur Beat-Session-Reihe OverDubClub drangehängt, die er organisiert.

Woher kommst du – lokal und künstlerisch?

Ich komme aus Leipzig. Seit zehn Jahren bin als DJ unterwegs, aber erst in den letzten beiden Jahren zum Produzieren gekommen. Ich bin zudem noch als Veranstalter tätig, habe 2012 den ersten Produzentenstammtisch Leipzigs gegründet, den OverDubClub. Und ich engagiere mich ehrenamtlich bei Leipzigs größter Open-Mic-Session „Word! Cypher“ als Moderator im Conne Island.

Was flasht dich musikalisch?

Wenn ich hinter dem Song oder dem Album eine kreative Idee erkenne. Wenn ich sehe das sich jemand wirklich mit einem Thema oder einem Gedanken auseinander gesetzt hat. Ich mag es, wenn mir jemand mit seiner Musik eine Geschichte erzählt, denn ich möchte unterhalten werden.

Gerade in Zeiten von Laptop-Studios, Ableton, Cubase etc. ist es wirklich einfach einen simplen Loop zu bauen und sich Produzent zu nennen. Aber Leidenschaft und der Mut kreativ zu sein – das sind Dinge, die mich wirklich flashen.

Wo willst du mit deiner Musik hin – Lieblingshobby oder Stadion?

Am Ende kann ich das gerade überhaupt noch nicht sagen, da es in Sachen Produktion jetzt doch erst recht schnell ging. Ich bin ja nicht schon seit zehn Jahren im „Producer-Game“. Natürlich bin ich Realist und glaube auch, das Stadien nicht wirklich mein Ding sind.

Ich möchte aber auch, dass die Leute mein Mucke hören. Ich persönlich würde gern 2014 mal auf dem ein oder anderen Festival spielen. Am Ende ist der Weg das Ziel. Die Leidenschaft ist wichtig und soll auf keinen Fall durch Fame oder ähnliches kaputt gehen.

Dein größter Soundcloud/Youtube-Hit?

Der „Oops ! Remix“ – im Original von Tweet & Missy Elliot. Darauf gibt es die größte Nachfrage und der kommt im Club auch immer sehr gut an. Vor allem bei den Frauen.

Dein persönlich größter Hit – und warum?

Also mein derzeitiges Lieblingsstück ist gar noch nicht veröffentlicht. Der Titel lautet „Trash Business“ und wird auf meiner kommenden EP zu hören sein. Warum ich ihn so mag? Weil er einfach meinen momentanen Lebensstil auf den Punkt bringt.

Denn ich kann immer wieder mit Freunden feststellen, dass das Künstler- und Kulturgeschäft, in dem ich mich des Öfteren bewege, nichts als Müll ist. Und trotzdem liebe ich es über alles. Es beschreibt eine gewisse Hass-Liebe.

Was kommt demnächst von dir?

Als nächstes wird es von mir Anfang 2014 eine Veröffentlichung über O*RS Records geben, worüber ich sehr glücklich bin. Sowohl Online als auch auf schwarzem Plastik. Dies ist dann gleichzeitig die erste offizielle Ranko-Veröffentlichung.

Außerdem ist eine EP von Clarapark geplant, ein gemeinsame „Future-Soul“-Projekt von Duktus und mir. Des Weiteren wird ein OverDubClub-Sampler im nächsten Jahr kommen, der die Produzenten-Szene aus Leipzig mit all ihren Seiten zeigen soll. Es geht einiges…

Aus dem OverDubClub-Blickwinkel: wie stark schätzt du das Leipziger Potential abseits von House und Techno ein?

Enorm stark. Es ist für mich immer wieder erstaunlich und beeindruckend zugleich zu sehen, welch vielschichtiges und tiefreichendes Potential in dieser Stadt mehr und mehr zu Tage kommt. Gerade 2012 sind viele neue Veranstaltungsformate entstanden bei denen Produzenten im Vordergrund standen.

Zum Beispiel Looprausch, OverDubClub, Poetry Beats, ja selbst die Word! Cyper im Conne Island setzt auf hauseigene Beats. Ich habe das Gefühl, dass gerade HipHop stärker gefragt ist denn je. Ich bin sehr glücklich darüber, dass Stile heutzutage so selbstverständlich verschmelzen. Das macht die ganze Sache auch weiterhin spannend.

Wer ist dir von den bisherigen Teilnehmern am nachhaltigsten aufgefallen?

Am nachhaltigsten aufgefallen ist mir Duktus – von ihm wurde ich auch am meisten beeinflusst. Er ist meiner Meinung nach einer der meist unterschätzten und zugleich vielseitigsten Produzenten aus Leipzig – wenn nicht sogar deutschlandweit. In puncto Produktionen im Rahmen des OverDubClubs dürfen natürlich Namen wie Gimmix, LautnSchlega, Calgari oder Remark nicht fehlen.

Aber generell feiere ich alle Leute, die sich da mit hinstellen und dem Publikum ihre Produktionen vorspielen, die sie in den letzten Wochen zusammen geschraubt haben. Es gehört schon viel Mut dazu, die über die Tille-Anlage zu feuern – und dafür hat jeder meinen vollen Respekt.

Ranko Soundcloud
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CommentComment

  • vanRAW / 10. Mai 2014 / um 14:14
    Die ODC-Geschichte: http://raputation.de/dub-o-o-overdubclub-leipzigs-erster-beatstammtisch/

    DIGG THIS!
  • Markus / 13. November 2013 / um 14:32
    Hallo,

    hier finden sich noch zwei Videos mit Musik von Rasty Ranko:
    http://www.youtube.com/watch?v=iptkBYt9Cmg
    http://www.youtube.com/watch?v=YqFmy3LicR0

    Vielleicht wollt ihr die ja noch einbauen.

    Viele Grüße

    Markus

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