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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Timoka „Waters EP“ (Holger Records)

02. Dezember 2013 / Kommentare (0)

Knapp eineinhalb Monate ist es her, dass Holger Records die erste Platte veröffentlichte. Mit Timoka geht es gleich weiter.

Aus Basel kommt Benjamin Kilchhofer alias Timoka. Eine zeitlang lebte er auch in Leipzig und lernte die spätere Holger-Gang kennen. Was im Einstands-Interview mit Steffen Bennemann nicht so deutlich herauskam: er gestaltet das Holger-Artwork maßgeblich mit. Künstler und Musiker, die Grenzen sind bei ihm also fließend.

Und nahtlos überschreiten auch seine Stücke die Genre-Linien. Electronica und House bilden grob den Rahmen, dazwischen ist alles bunt. Mit „Comer“ gelingt ihm gleich der beste EP-Start, der mir seit langem untergekommen ist. Also wirklich bezogen auf den Beginn einer EP. So entwaffnend leicht in der süßen Melancholie und dem sympathisch-holprigen Drive.

Das Besondere an Timoka insgesamt ist seine Präzision. Es klingt nie breiig, aber genauso wenig muckermäßig. Obwohl er mit vielen Elementen arbeitet und immer wieder mit Wendungen spielt. Nur bei „Nathal“ kippt der klanglicher Überschwang teilweise ins Kitschige. Er wird jedoch gleich von „Inn“ mit seiner runtergedimmten Art auffangen, die erst langsam auftaut und sich zugleich verstohlen den Weg zur House-Geradlinigkeit bahnt.

„Aare“ ist da weitaus selbstbewusster, wenn auch sich das Stück anfangs viel Electronica-Spielraum nimmt. Später switcht es plötzlich in ein klar geschnittenes, fast rasendes House-Stück um. In ein unglaublich gutes, weil es – wie schon „Corner“ – die Wehmut so tänzelnd rüberbringt, das sie nur schwer von der großen Fröhlichkeit zu unterscheiden ist. Was für eine EP, was für ein Label.

Holger Records Website
Kilchhofer Website
Mehr zu Holger Records bei frohfroh

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