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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Marko Fürstenberg „Ghosts From The Past“ (Ornaments)

09. September 2014 / Kommentare (0)

Elf Jahre sind seit „Gesamtlaufzeit“, dem ersten Album von Marko Fürstenberg vergangen. Die Erwartungen sind nicht gerade klein gewesen.

Dub-Techno hat seit seiner letzten Renaissance vor etwa fünf Jahren etwas an seinem Reiz verloren. Wobei: nicht unbedingt musikalisch, eher weil sich ein gewisser Konservatismus bei vielen Veröffentlichungen breit machte. Dabei hat das Genre vieles, was zu einem im besten Sinne zeitlosen Sound nötig ist. Eine gewisse schwermütige Ausgeglichenheit, amorphe und deepe Sounds sowie ein breites Impulslevel zwischen rough und super elegisch.

Marko Fürstenberg hat natürlich nicht elf Jahre gebraucht, um „Ghosts From The Past“ zu produzieren. Eine Menge EPs und unzählige Live-Gigs in der ganzen Welt liegen dazwischen. Manchmal war mir gar nicht so bewusst, welch einen Stellenwert der gebürtige Eichsfelder in der Dub-Techno-Szene über all die Jahre stabil halten konnte. Obwohl er in den vergangenen Jahren seltener live zu erleben war – sein erstes Kind hat viele Veränderungen mit sich gebracht, wie er im frohfroh-Interview erklärt.

Mit „Ghosts From The Past“ wird sein Status aber mehr als deutlich. Die Erstauflage auf dem Berliner Label Ornaments ist bereits ausverkauft. Musikalisch offenbart das zweite Album den über viele Jahre gereiften Feinsinn für dubbige Sounds und unterschiedlich temperierte Beats. Die Stücke klingen ausgewogener, geschliffener. Sie drücken weniger, ohne die klangliche Fülle aufzugeben.

Da ist sie wieder: die faszinierende Zeitlosigkeit von dubbigem Techno. Dunkel eingefärbt, mäandernd und dicht arrangiert. „Ghosts From The Past“ macht nicht unbedingt wieder Lust auf mehr Dub-Techno. Es zeigt aber, was für ein Potential nach wie vor in diesem Sound steckt. „AMB I“ ist mein Hit – wegen der reduzierten und ausgeglichenen Deepness. Dezent schiebendes Understatement.

Auch die Interludes „Piano“ und „Heartbeat“ bleiben übrigens im Hinterkopf. „Woahhh“ macht am deutlichsten die Einflüsse seiner Vaterschaft hörbar. Klötzchensounds und Field Recordings aus dem Kinderzimmer – alles ganz beiläufig, nicht platt. Trotz des konzeptionellen Überbaus, nach dem das Album genau diese neue Lebensphase aufgreifen möchte. Das familiäre Gesamtwerk rundet seine Frau ab, die beim Artwork mit beteiligt war.

Vorhören geht aktuell bei der Groove oder hier bei Soundcloud.

Marko Fürstenberg Website
Ornaments Website
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