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Autor/-in

Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Die Dörte und der Unkönig Willy

14. Oktober 2014 / Kommentare (1)

Ein Kinderbuch bei frohfroh? Wenn die Beats stimmen, dann schon. Auch wenn sie aus Dresden kommen.

Zur Sache: Uncanny Valley hat ein tolles Kinderhörspiel musikalisch begleitet. Und zwar „Die Dörte und der Unkönig Willy“, geschrieben von dem Dresdner Schriftsteller, Zeichner, Filmemacher und Musiker Max Rademann.

Den doppelten Kindercheck (6 und 9 Jahre) haben sowohl die Bilder des Buches als auch die Hörspielfassung in nur zwei Durchläufen bestanden. Seitdem: Repeat.

Dörte geht auf die Reise mit der Eisenbahn und trifft auf den griesgrämigen König Willy. Weil der nur rumnölt und Popel unter den Sitz schmiert, nennt sie ihn einfach Unkönig Willy. Es ist ein ungleiches Gespann, das sich im Laufe der Geschichte aber doch zu schätzen lernt. Mehr wird nicht verraten. Nur noch, dass es eben auch maßgeblich um Klänge geht. Um Klänge aus denen sich mit mehr oder weniger viel Fantasie Musik herauskristallisiert.

Hubschrauber, Züge, Regen, Schnarchen – hier ist der Pfad zur elektronischen Musik und dem Aufgreifen von maschinellen Repetitionen natürlich nur noch ein kleiner Sprung. Insofern haben Jacob Korn, Cuthead, Break SL, Sneaker, Sandrow M und Jacob Stoy eigentlich ein leichtes Spiel.

In unaufdringlicher Weise übertragen sie die typischen Sounds und Rhythmen der oben erwähnten Dinge in kurze House-Tracks. Mit Wiedererkennbarkeit und Deepness gleichermaßen.

Besonders toll die Ruppigkeit von Rademanns Ton – sowohl im Geschriebenen als auch im Gelesenen. Sie verleiht dem ganzen einen so angenehm unniedlichen Appeal, wie er wohl nur selten in Kinderbüchern vorkommt.

Nach dem Reggaehasen Booo schafft es der Dresdner Verlag Voland & Quist mit „Die Dörte und der Unkönig Willy“ ein zweites Mal, mit regionalen Musikgrößen ein Kinderbuch inklusive Hörpiel zu veröffentlichen, bei dem auch musikmögende Eltern gern mithören.

Für Uncanny Valley sind das Hörspiel und der Unkönig Willy kein unbekanntes Terrain. Zum Start des Labels stellte „Unkönig Willy auf der Suche nach einem Hofmusikanten“ die Protagonisten der ersten Platte vor. Damals aber längst nicht so eigensinnig und wunderbar wie Max Rademann. Er ist der King.

Voland & Quist Website
Uncanny Valley Website

CommentComment

  • Die Dörte und der Unkönig Willy: Reviews / 21. Oktober 2014 / um 10:30
    […] Thanks to Leipzigs blog frohfroh for a very profound review over here. […]

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