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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Neonlight & Wintermute „Edge EP“ (Blackout Music)

31. März 2015 / Kommentare (0)

Neuigkeiten aus der Rave-Hölle: Neonlight & Wintermute melden sich zurück und zelebrieren wieder die Neurofunk-Härte, für die sie bekannt und berüchtigt sind.

Nicht zu unrecht – man spürt mit jeder Veröffentlichung, dass die beiden ganz genau wissen, wie man das entsprechende Publikum zum schweißtreibenden Herumhopsen animiert. Dass das nicht jedermanns Sache ist, dürfte keine Neuigkeit sein, gibt es in der eigentlich nicht so großen Drum & Bass-Szene seit geraumer Zeit ziemlich klar voneinander abgegrenzte Geschmacks-Fronten.

Der auf maximalen Effekt abzielende Sound von Neonlight & Wintermute funktioniert dann auch eher in größeren Locations und bei tendenziell jüngerem, energiegeladenerem Publikum – schwieriger wirds dafür bei mir im Wohnzimmer …

Orchestral und, naja, kitschig beginnt das Intro bei „Influx“, welches sich mit etwas uninspirierten Techstep-Parts abwechselt. Das Thema wiederholt sich dann einige Male, für die obligatorischen Pausen zum Durchatmen. Puh, da komm ich gar nicht ran.

Etwas cleverer, weil weniger starr, dann das Drum-Programming bei „Guinea-Pig“, das mich an Tracks von Photeks TekDBZ-Label erinnert. Doch, die Quietsche-Laser-Sounds machen Spaß und die kalt-technoide Direktheit hat was. Auch der Umstand, dass der Track trotz seiner Fülle vergleichsweise abgespeckt daherkommt, könnte ihn als Tool für DJs interessant machen, die sonst weniger überladenen Drum & Bass mögen.

„Insomnia“ fällt dagegen wieder zurück – vielleicht sind es die Trance-Melodien oder der Knarz-Bass, der mich hier abschreckt. Oder die Überladenheit, die an Egoshooter erinnert und mal gar nicht zur Feierabendstimmung passt.

Bei „Never Stop“ funktioniert das besser, obwohl dieselben Zutaten verwendet werden. Liegt sicherlich auch an den verwendeten Sounds – bei so extrem auf Sounddesign ausgerichteter Musik auch nicht verwunderlich, macht sich hier die Wahl der Snare deutlicher bemerkbar als in vielen anderen Genres.

„Posthuman“ scheint auch der Track-Titel zu sein, der am ehesten diese Soundästhetik widerspiegelt. Hier liegt der Fokus wieder auf peitschenden Beats und der Drop wird eher von Videospiel-Vocals als von übertriebenen Melodien bestimmt. Das tut der Sache merklich gut.

Die fünf Tracks erscheinen beim niederländischen Label Blackout und werden sich dort im Neurofunk-Techstep-Olymp zwischen Noisia, Black Sun Empire und Current Value garantiert pudelwohl fühlen.

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