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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Weber „Zwei“ (Holger Records)

08. September 2015 / Kommentare (0)

Hier kommt noch eine Platte, die liegen geblieben ist. Aber sie soll nicht unerwähnt bleiben: „Zwei“ von Weber.

Im letzten Jahr gehörte Philipp Webers Solo-Debüt „Eins“ zu einer der interessantesten EPs des Jahres. Spannend also auch zu hören, wie er fortfahren würde mit seinem Ansatz der Offenlassungen und Verschiebungen. Überraschenderweise öffnet er sich auf der zweiten EP sehr selbstbewusst dem Dancefloor. Krautig und sehr minimalistisch.

Während „Sklt“ die fünf Minuten stromlinienförmig in ebenso treibender wie schwermütiger Weise bestreitet, entfalten sich „Dr. Clapper“ und „B1/Warten“ erst langsam. Aus losen Soundskizzen formen sich loopige Stränge, die schon bald von einer geraden Bassdrum fortgetragen werden. Die manische Atmosphäre in den Anfängen und der warm dampfende Ausklang bilden bei „B1/Warten“ einen weit gesteckten Kontrast – zusammengehalten von einem kühlen offensiven Dance-Part.

Auch wenn selbst hier in dieser neuen Geradlinigkeit der experimentelle Geist immer mitschwingt, verliert Weber ein wenig von der sperrigen, teilweise anstrengenden Magie des Debüts. Mit „No4“ kehrt diese aber doch noch einmal zurück. Als kontemplativer, still pulsierender und in sich schillernder Moment. Und natürlich auch bei „The Bug“, jenem spröden Pop-Song, der fast als zeitgenössisches Arthur Russell-Tribut gelten kann.

Nichtsdestotrotz: Es bleibt spannend, wie Weber offenlässt und verschiebt.

Holger Records
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