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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Throttler / Snaper „Feedback / It’s Not Many“ (Alphacut Records)

12. Oktober 2009 / Kommentare (0)

Fast ein Jahr nach der letzten Platte meldet sich Alphacut Records zurück. Und wie: jeden Monat soll nun eine neue strikt limitierte Split-12“ erscheinen. Den Beginn machen Throttler und Snaper. Label-Betreiber LXC sagt im Kurzinterview, was es mit der Serie auf sich hat.

Eigentlich steht die Alphacut Nummer 10 noch aus. Allerdings sind noch nicht alle Beiträge zu der Locked Grooves-Compilation zusammen. Und so wird die Katalognummer mal eben übersprungen, um sich einer Serie von monatlichen Split-12“s zu widmen. Was es damit auf sich hat, erklärt LXC.

Wie kommt es, dass jetzt in so regelmäßiger und kurzer Folge Platten rauskommen werden? Bisher waren die Release-Abstände ja von außen betrachtet weitaus größer und unberechenbarer?

2008 war ein wichtiges Jahr für Alphacut. Davor wurde musikalisch und auch im Vertrieb viel ausprobiert. Die Ergebnisse daraus lassen sich in den drei Releases dieses Jahres wiederfinden. Mit Bop und Randomer zum Beispiel haben wir internationale Acts ausgegraben, die mittlerweile ganz groß im Rennen sind.
Viele interessante Produzenten sind auf Alphacut aufmerksam geworden, und so bekommen wir heute bergeweise gute Demos. Ein Großteil des Materials ist so experimentierfreudig, dass es bei den meisten Labels wohl nicht ins Konzept passen würde. Bei uns jedoch werden eben alle diese spannenden Spektren von „Drum&Bass and beyond“ ans Tageslicht gebracht. Es gibt noch eine ganze Menge spannender Künstler, denen wir ein Sprungbrett bieten werden.

Gibt es einen konzeptionellen Ansatz bei der Serie?

Wir wollen wieder zurück zu den Wurzeln des Labels: wenig Zierde, viel Musik, Tracks und Künstler im Fokus. Vor Allem sollen die fitten Stücke so schnell wie möglich in die Clubs und zu den Hörern, das bedeutet kurze Zeitspannen zwischen Signing und Veröffentlichung. Viele Künstler sind es einfach Leid, mehrere Jahre auf ihre Platte zu warten. Es war also klar, dass wir wesentlich öfter verlegen müssen.
Die Auflagen werden auf 100 Stück heruntergeschraubt, um in einem monatlichen Rhythmus arbeiten zu können. Durch den direkten Kontakt zum Schallplattenpresswerk in Leipzig können wir viel schneller und effektiver pressen lassen, und auch die bei Alphacut mittlerweile notorischen Endlosrillen sind wieder mit von der Partie. Eine handgemachte, minimalistische Optik hilft uns beim Break-Even und unterstützt die Direktheit der Präsentation. Trotzdem wirkt das Ganze ziemlich edel. Es wird noch Releases von Macc, Martsman, Dissident, Despot und auch dem Leipziger Myer geben.

Wie lang ist die Serie geplant?

Im Moment ist kein Ende in Sicht. Erstmal sehen, wie die Leute weiterhin reagieren. Die elfte Veröffentlichung mit Throttler und Snaper ist im Grunde schon ausverkauft. Alles läuft also super an und wir haben fertiges Material bis in den kommenden Sommer hinein. Es lohnt sich auf jeden Fall am Ball zu bleiben: Im Winter wird es Platte für Platte immer entspannter, bis es dann in der warmen Jahreszeit wieder richtig zur Sache gehen wird. Da kommt eine ganze Palette an Styles.

In welchen Genres und Bereichen siehst du gerade neue musikalische Höhepunkte?

Aus ganz persönlicher Sicht haben gerade Bassdrums in den letzten Jahren doch sehr an Charme verloren, da geht mehr. Ich bin aber zum Beispiel auch eher so der Jahtari-Typ, Moon Harbour ist einfach nicht meine Tasse Tee. Davon mal abgesehen, kann man sich doch vor spannenden Sounds gar nicht mehr retten. Und das Beste ist ja, dass all die guten Musiker sich mittlerweile auch mal zwischen den Stühlen austoben und gerade dann großartige Nummern zu Tage kommen. Wie die Schubladen heißen, ist doch egal. Microfunk, Skweee oder meinetwegen auch Funky. In Zukunft gibt es jeden Stil nur noch wenige Monate, und somit ist dieses Kategorisieren nur noch ein Schatten der Neunziger. Hoffentlich, demnächst in diesem Kino. Bei mir jedenfalls laufen zum Beispiel gerade absolut reduzierte Ambient-Tracks von Drum & Bass-Künstlern und derbe rockende kellertaugliche Breakbeats von sonst sehr emotionalen Electronica-Bastlern.

Und die Nummer 11? Der Grieche Throttler schickt ziemlich massive Beat-Salven raus, zusätzlich angezerrt von einem mächtig schwingenden Bass, roh und voller unbändiger Energie. Am liebsten ist mir der große Break, der die Tiefe des Tracks richtig hervorschimmern lässt. Auf der B-Seite gibt der Ungar Snaper sein Vinyl-Debüt. Im Gegensatz zur A-Seite stecken hier mehr Funk und mehr Sounddetails dahinter. Zwar pumpt auch hier der Bass und die Beats überschlagen sich, aber irgendwie ist der Track nicht ganz so dark wie der von Throttler.

Alphacut Website
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