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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Anda „Do Not Care About What It Mean“ (Analogsoul)

03. November 2009 / Kommentare (1)

Oldenburg – Leipzig, in einem Intercity sind beide Städte knapp vier Stunden voneinander entfernt. Mit der Band Anda und ihrer EP auf dem Leipziger Label Analogsoul verringert sich die Entfernung beträchtlich.

Richtig viel bekannt ist nicht über das Duo, selbst bei Analogsoul scheinen Anda so frisch zu sein, dass noch keine Künstlerbiografie auf der Website steht. Auf besondere Weise frisch sind auch die sechs Stücke ihrer EP, die es via Analogsoul zum freien Download gibt. Einerseits sind sie tief im reduzierten Folk verwurzelt – Gitarre, Gesang, mehr nicht. Im nächsten Moment verzerrt sich ganz langsam der Gesang, rückt in den Hintergrund und wird von Radio-Aufnahmen und elektronisch-ambienten Sounds vereinnahmt.

„Do Not Care About“ – ein quasi prototypisch gelungenes Stück – wird komplett aufgebrochen, es bricht mit der klassischen Herangehensweise des Anfangs, ohne die in sich ruhende Atmosphäre aufzugeben. Anda scheinen den Bogen zwischen gewohntem Songwriter-Duktus und verstörend-faszinierender Avantgarde, Mainstream und Lo-Fi, Pop und Medienkunst ausloten zu wollen. Und es gelingt ihnen überaus gut – selbst bei einem endlos laufenden Stück wie „A To The C“, das sich nur in den Nuancen verändert.

Hier wird trotz einer Vielzahl an Ideen und Sound-Möglichkeiten sehr behutsam mit der Experimentierfreude umgegangen. Keine Materialschlacht, kein Sound-Overkill, keine wilde Effekthascherei. Anda klingen so gar nicht nach Oldenburg, eigentlich lassen sie sich überhaupt schwer verorten, weder lokal noch musikalisch.

Anda Myspace
Analogsoul Website
Mehr zu Analogsoul bei frohfroh

CommentComment

  • fab / 03. November 2009 / um 12:06
    wundervoll geschrieben. danke. fab

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