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Ayke
Ayke hat uns kurz mit einigen schönen Texten unterstützt. Dann hat er die Noisey-Redaktion geleitet und arbeitet heute als freier Journalist.

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Good Guy Mikesh & Filburt „Cleaning Up“ (Mirau Musik)

22. November 2009 / Kommentare (0)

Good Guy Mikesh & Filburt haben ja schon mit der letzten Single „Someone Told Me“ bewiesen, dass sie es drauf haben mit den großen Melodien. Auf dem Hamburger Label Mirau Musik geht es weiter.

Die dort erschienene neue Single „Cleaning Up“ beginnt sehr housig, mit einem durchgreifenden klaren Bass, viel Synthiegeklingel und einer mit jedem Takt rabiater werdenden verzerrten Hookline in den Mitten, die sich in einer breiten Achtzigermelodie entlädt. Die großen Melodien! Fast pünktlich setzen dazu die Vocals ein, erst nur angedeutet, in der stetigen Wiederholung: „There is…“ Durchgehend singt nur der Synthesizer die Grundmelodie, in verschiedenen Tonhöhen, Frequenzen, Lautstärken – aber immer präsent.

Die Vocals werden dann fast vorsichtig wieder dazugemischt, unterstützt nur noch von Claps und sich steigernden verzerrten Sequenzen in Bässen und Mitten. Kaum, dass der Beat wieder voll da ist und sich Melodie und Vocals ganz entfalten dürfen, kommt der Break: Nur noch trockener Beat. Einmal darf die große Melodie noch mal kommen, dann ist genau an der richtigen Stelle Schluss.

Der Mark E-Remix auf der Rückseite ist durch seine Reduziertheit clubbiger als das Original. Die Melodie verschwindet fast, die Vocals werden endlos geloopt, die Synthies zu einem ewig im Hintergrund bleibenden Klangteppich, der Bass drückt. Langsam baut sich über diesem festen Muster etwas auf, das in einem Break endet, in dem sich das klingende Synthie noch mal voll auslassen darf und dann hart zurückgenommen wird. Ein solider, aber nicht herausragender Track.

Viel besser als bei der letzten gemeinsamen Veröffentlichung von Good Guy Mikesh & Filburt ist diesmal das Drumherum. Denn „Serpico“ ist der heimliche Hit der Platte. Sphärisch erklingt die Melodie über dem drückenden Bass, der Snare – die hallt wie vor 20 Jahren – und dem rhythmischen Klatschen. Nach der Hälfte übernimmt plötzlich der Bass die Führung, leicht verzerrt fordert er volle Aufmerksamkeit, die er auch erhält: Alles arrangiert sich um die Bassline, irgendwann schraubt sich die sanfte Hookline des Synthies in alle erdenklichen Frequenzen, immer höher durch den Raum.

Obwohl „Serpico“ vom Namen her eigentlich nach New York gehört, klingt hier viel nach Chicago in Warehouse-Zeiten. Enden darf der wunderbare Track mit einem Nebelhorn, das fast spielerisch in „Taurus Sleeps“, auf der Rückseite, wieder aufgenommen wird. Dann aber in einer Frequenz, die eher an einen Posaunenchor erinnert, nur im Hintergrund tönt noch tief das Horn aus „Serpico“. Die Bläser werden abgelöst von einer hüpfenden Bassmelodie, die wilde Kreise in den Raum malt und dort irgendwann den Chor wieder abholt. Taurus muss zugleich wilde Träume und von einer unerschütterlichen Zuversicht beruhigt werden, denn er schläft tief und fest und trotzdem aufregend.

„Cleaning Up“ selbst ist nicht ganz so gut wie der Hit „Someone Told Me“, die Platte insgesamt aber viel überzeugender. Denn das Paket aus drei guten Tracks plus Remix zeigt, dass Good Guy Mikesh & Filburt vor allem in der Breite an Qualität dazugewinnen.

Mirau Musik Website
Good Guy Mikesh & Filburt Myspace
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