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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Spät entdeckt – Elephants On Tape

06. Juni 2016 / Kommentare (0)

Letzten Montag gab es einen Indie-Pop-Flashback in der Nato – Elephants On Tape stellten ihr Remix-Album live vor.

Es ist schon lange her, dass ich bei einem Indie-Konzert in der Nato war. Und unabhängig von den sehr gut zusammenspielenden Elephants On Tape fühlte sich das für mich sehr nach 2004 an. Doch es lohnte sich, um endlich direkt mit einer Band konfrontiert zu werden, die bisher nur nebenbei und sehr kurz meine Aufmerksamkeit an sich zog. Mit dezent elektrifiziertem Indie-Pop hatte ich die fünfköpfige Band aus Leipzig und Hamburg abgespeichert – musikalisch versiert, aber irgendwie auch nicht wirklich herausstechend.

Erst bei ihrem Anfang Mai veröffentlichten Remix-Album „RE//EOT“ hörte ich genauer hin. Die bandeigenen Synth-Sample- und Effektgerät-Bastler Markus Rom und Robert Gemmel sowie Sängerin Lisa Zwinzscher bearbeiteten dafür Stücke der ersten beiden EPs, was schon einmal ein interessanter Ansatz ist. Gänzlich auf externe Einflüsse verzichteten Elephants On Tape aber nicht und so ergänzten drei, bislang weniger bekannte Producer das ganze um weitere Remixe. Im Zusammenspiel ergibt das einen weit abgesteckten Rahmen zwischen Electronica, Trip Hop und einigen Ausflügen zu House und Dubstep. Mit Lisa Zwinzschers Gesang bleibt die Pop-Erdung dabei immer präsent – auf gute Weise und trotz der schnell auftauchenden Assoziationen zu Bands wie Hundreds oder Me And My Drummer.

Beim Konzert war diese elektronische Durchdringung und Öffnung der Strukturen nur teilweise zu hören. Elephants On Tape waren immer dann extrem gut und spannend, wenn sie sich aus dem Pop-Kontext lösten und unberechenbar wurden. Wenn es weg driftete und wieder zusammenkam, wenn die Elektronik auch dramaturgisch dominierte. Sobald die Indie-Pop-Standards präsenter wurden, überkam mich ein inneres Gähnen. Beim Hören der ersten beiden EPs wird aber deutlich, dass dies nicht unbedingt ein neuer Punkt von „RE//EOT“ ist – auch vorher mischten sich unter die Indie-Pop-Songs offenere, mehr track-orientierte Stücke. Auf „RE//EOT“ ist es nur um einiges konsequenter und verdichteter. Und das bringt mir Elephants On Tape um einiges näher.

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