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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Jaja „Tropical Bird Club“ (YNFND)

11. Juni 2016 / Kommentare (1)

Vinyl-Post aus dem Patriotischen Weg in Rostock? Falsch verschickt? Keineswegs, in dem Paket liegt eine wundersam-eigentümliche Platte, produziert in Leipzig.

Es braucht ein paar einführende Worte, um das Debüt-Album „Tropical Bird Club“ von Jaja nicht sofort als falsch adressiert beiseite zu legen. Gunnar vom Rostocker Party- und Label-Kollektiv YNFND beleuchtet den Kontext aber glücklicherweise in seinem Anschreiben: Jascha Hagen und Jan Soutschek sind Jaja, beide leben in Leipzig und schickten dem Label vor gut einem Jahr die Demos zu „Tropical Bird Club“. Von Jascha Hagen war sogar schon bei uns sie Rede im letzten Sommer.

Bei YNFND in Rostock wurden die naturalistischen und südamerikanisch geprägten Slow-House- und Downbeat-Tracks aber scheinbar nicht sofort ernst genommen: „Es dauerte ein halbes Jahr bis wir das Potential der Aufnahmen entdeckt hatten“, schreibt Gunnar. Und tatsächlich braucht es zumindest einen ruhigen Moment, um in den schleppenden Tracks hinter all den Tiergeräuschen, Chören, Stimmen sowie Flöten- und Gitarren-Samples alter südamerikanischer Folklore-Platten eine besonders süßliche und nächtlich gedimmte Melancholie zu entdecken.

Sie sorgt zusammen mit den dezent eingewobenen Synthesizer-Sounds und den trotz der vielen Details angenehm spartanischen Arrangements dafür, dass die sechs Tracks nicht im Folklore-Kitsch ertrinken. Die Langsamkeit und Reduktion holen sie immer wieder heraus aus dieser Falle. Obwohl Stücke wie „Tropical Bird“, „Chan Chara“ und „Elega al Che“ durchaus ins Schunkeln oder leicht Esoterische verfallen oder naturalistisch überzeichnet klingen.

Das große Potential von Jaja wird besonders bei „Bajoo“, „El Ritmo“, „Cura del Sentimiento“ und dem Digital-Bonus „Ceu“ deutlich. Wo sich herrlich unprätentiös Folklore-Emotionalität und Slow-House-Weite zu stillen Hits überlagern. Jaja ist hier ein sehr eigenwillig-exotisches Sommer-Album gelungen – und ihr gemeinsames Debüt obendrein.

CommentComment

  • Laura / 14. November 2016 / um 22:02
    Hallo zusammen!

    Kann man "Tropical Bird Club" von JAJA irgendwo kaufen? Am liebsten auf Vinyl?

    Besten Dank! Liebe Grüße, Laura

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