← ZurückReleasesReleases

Autor/-in

Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

Links

Tags

Teilen

Credit 00 x Tribal Rhythm Machine x Rat Life Records

14. Juni 2016 / Kommentare (0)

Credit 00 hat seine „Tribal Rhythm Machine“ ausgepackt – vier sehr verschiedene Tracks hat sie ausgespuckt. Und eine neue Rat Life obendrein.

Überraschend ist dies aber nicht. Innerhalb seiner oldschool-geprägten Sound-Ästhetik waren die Grenzen zwischen House, Disco und Electro oftmals fließend bei Credit 00. Und doch geht die Schere dieses Mal etwas weiter auseinander. Da stehen die super hypnotischen, abgedunkelten Tracks „Voodoo Soup“ und „Snake Charmer“ neben den sonnendurchfluteten und leichtfüßigen Tracks „T.R.M.“ und „Curse Of The Medusa“.

Die dunklere Seite gefällt mir deutlich besser – besonders bei „Voodoo Soup“. Mehr Zerfaserung, mehr roher Minimalismus, mehr sich nicht wirklich entladende Spannung. Dramaturgische Entgrenzung. Eigentlich wie bei Minimal, aber mit der wahnsinnig anziehenden Ungeschliffenheit analog-scheppernder Synths.

„Curse Of The Medusa“ knüpft an diesen perkussiven Minimalismus an, dreht sich mit den Pop-Vocal-Samples sowie den hell schimmernden Synth-Chords aber in eine viel poppigere Richtung. Voller Funk, der aber ebenfalls etwas Melancholisches in sich trägt. Meine Highlights dieser EP.

Beim von Credit 00 kuratieren Label Rat Life Records gibt es eine weirde Cosmic-Story zur neusten Platte. Konstantin Tschechow scheint demnach verschollen, nachdem er nach einem kurzen Aufeinandertreffen mit Credit 00 die Erde wieder verlassen musste. Um 2000 war das, doch es blieb eine CD-R mit Tracks und genauen Instruktionen, sie 2016 während einer Halbschattenmondfinsternis zu veröffentlichen. Junodownload löste aber bereits im April auf: Konstantin Tschechow ist Belgier.

Und sein Sound klingt auch sehr belgisch. Leicht ravig aufgescheucht, unterkühlt mit Techno, Acid und Electro spielend und irgendwie auch mit interstellarem Pathos aufgeladen. Verrückt: Die Geschichte drängt sich beim Hören dennoch unwillkürlich auf. Das klingt doch alles nach einem Dachboden-Fund. Aus der Zeit gefallen und nun euphorisch wiederentdeckt. Schöner Mind-fuck. „Bretton Woods“ und „Broken Symmetries“ sind hier der Killer!

CommentComment

    RelatedRelated

    zum Seitenanfang scrollen