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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Zensor Tot. Leben Geht Weiter. „Selbstgefährdung“

09. August 2016 / Kommentare (0)

Kilian Krings bringt gerade mit seinen Partys und dem Label Sign Bit Zero viel Post Punk- und Wave-Appeal in die Stadt. Sein neues Solo-Projekt treibt es auf die Spitze.

Zensor Tot. Leben Geht Weiter. heißt es und referiert auf die Freudsche Theorie des Selbstregulierungs-Automatismus zwischen Unterbewusstem und Bewusstem. In diesem Spannungsfeld zwischen ungezügeltem Aktionismus und streng-minimalistischen Arrangements bewegen sich die Stücke seines ersten Albums „Selbstgefährdung“ auch. Und sie passen genau in die Entwicklung, die Kilian Krings kürzlich in unserem Interview beschrieb: „Über die elektronische Musik [kam ich] wieder zu dem Sound, der mich in meiner Jugend geprägt hatte, zurückgefunden – dem Punkrock und Postpunk.“

In fünf eigenen Stücken und drei Edits alter Post Punk-Songs erzeugt er eine atmosphärische Kühle und Kargheit, die sich jeder Eingängigkeit entzieht. Super lo-fi produziert, mit viel Rauschen, Pathos und Dissonanz sowie dark zerfilterten, dreckig verhallten Gesängen und neurotischen Texten. Meist zieht sich dabei ein scheppernder gerader Beat durch, der trotz der harschen Sounds eine gewisse Dancefloor-Anziehung mit sich bringt.

Kein leichter Stuff, aber die Konsequenz und die unmittelbar einwirkende Punk-Attitüde grätschen dem aktuellen House-Historizismus sehr schroff in die Beine. Und selbst die derzeit gern betonte analoge Rauheit wirkt gegen diese Stücke wie ein warmer Windstoß. Sehr sehr eigenwillig gut.

25 Tapes  gibt es von „Selbstgefährdung“ – auch eine Hommage an die frühe Post-Punk-Zeit, als eine rege Underground-Tape-Szene existierte, auf der sich lauter obskure Musik finden ließ.

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