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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Matthias Tanzmann „Chano“ (Moon Harbour Recordings)

06. Januar 2010 / Kommentare (4)

Knapp anderthalb Jahre nach seinem Debüt-Album kommt die erste Solo-EP von Matthias Tanzmann heraus. Und sie ist überraschend konsequenter als erwartet, sie deutet sogar auf eine gänzlich neue musikalische Richtung hin.

Zugegeben, Matthias Tanzmann war als Producer in letzter Zeit ein wenig unscheinbar und schwer greifbar – sowohl mit seinen Compilation-Beiträgen und Remixen als auch mit seinen beiden Kooperationen mit Martinez und Seuil. Betrachtet man jedoch die musikalische Entwicklung seit dem Debüt-Solo-Album vom Frühjahr 2008, so scheint sich der Sound des Moon Harbour-Chefs gerade in einem Transformationsprozess zu befinden.

Da passt einerseits der Output der letzten anderthalb Jahre durchaus schlüssig mit rein, zum anderen markiert die neue EP „Chano“ den vorläufigen Höhepunkt dieses Prozesses. Und im Kern muss es heißen, dass Matthias Tanzmann immer reduzierter und filigraner in seinem Umgang mit House wird.

„Chano“ gibt es in zwei Versionen, und gerade die A-Seite ist unheimlich puristisch. Bis auf das etwas mystische Latin-Jazz-Vocal-Sample besteht der Track quasi nur aus rhythmischen Elementen. Allerdings so dicht arrangiert, dass die Luft dazwischen zum Schneiden dick wird. Alles klingt skizziert: die Perkussion, die HiHats, die Rasseln, die Bassline. Im Break ist es nur ein modulierter Hall, der etwas mehr klangliche Breite erzeugt, ansonsten Rhythmus. Klar, das Vocal polarisiert, drückt den Track dann doch recht bestimmt in jenen Ethno-Einfluss, wie er momentan immer wieder bei House auftaucht. Diese konsequente Reduktion – auch über eine so lange Dauer – erreicht dennoch eine ganz neue Qualität und Intensität.

Auf der B-Seite wandelt Tanzmann „Chano“ dann in eine klassisch deepe Richtung ab, mit richtigem Chord, kompakterem House-Beat und erstaunlicherweise ohne Vocals. Sehr solide, aber auch gesichtsloser als die andere Version. Nichtsdestotrotz bleibt es jetzt spannend zu sehen, was Matthias Tanzmann noch vorhat mit seinem Sound.

Matthias Tanmann Myspace
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CommentComment

  • b. / 08. Januar 2010 / um 18:52
    ein kleiner vorgeschmack auf den sommer :)
  • tanzentanzen / 08. Januar 2010 / um 15:11
    auch wenn die letzten produktionen recht fad waren ist dies mal wieder eine knaller platte.
    hoffen wir mal das da noch mehr kommt
  • ich / 07. Januar 2010 / um 18:16
    matthias letzte veröffentlichungen waren ja wirklich nur "visitenkarten", sprich bedeutungslose produktionen ohne einen hauch von seele!

    die neue scheibe hab ich mir sogar mal gekauft, weil sie ganz gut geworden ist. aber trotzdem wird man bei moon habour das gefühl nicht los, dass man dort einem bestimmten schema f folgt. der break kommt mathematisch genau dort, wo er hin muss und die ableton-effekte drehen sich erwartungsgemäß dort raus und rein, wo es nicht schmerzt.
    die platte ist deep geworden - das muss man ihr anrechnen; aber innovativität hat da immer noch kein zu hause gefunden!
    das ist eben schade
  • dsant / 07. Januar 2010 / um 00:00
    sehr sehr nice!!!

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