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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Oliver Rosemann „They Call Them Millions“ (Diffuse Reality Records)

16. Dezember 2016 / Kommentare (0)

Im Frühjahr haben wir erstmals über Oliver Rosemann berichtet – obwohl er schon einige Jahre zuvor EPs veröffentlichte. Jetzt ist sein erstes Album erschienen und es ist massiv.

Dass Oliver Rosemann nicht unbedingt die klassischen Techno-Pfade einschlägt, wurde schon auf der „Pointing From The Moon“-EP klar. Rosemann steht für die dissonante und sperrige, sich im hypnotischen Loop entfaltende Form von Techno. Auf seinem Debüt-Album beim spanischen Label Diffuse Reality Records widmet er sich diesem Sound ausführlich und treibt es in teilweise schwer verdauliche Phasen.

„Gauntlet“ und „Antibody“ beispielsweise sind hochgradig nervenzerreibender Track mit harschen, sägenden und schraubenden Synth-Sounds. So dicht arrangiert, dass sie sich unmittelbar ins Mark bohren. Auch „Burst Mode“ fährt einiges an unwirtlicher Atmosphäre auf, bewegt sich mit den breakigen Beats und dem Pathos aber mehr im Industrial-Terrain. Und gleich der Album-Opener „Bison“ kommt als mächtiges Bollwerk entgegen.

Doch erst dazwischen wird es richtig interessant: Und zwar bei den Tracks, die filigraner ihren Weg bahnen, so wie „Bronson“, „Breeze“, „Bonus“ und „Track K“. Die Sounds weniger brachial, dafür mehr in einem diffusen, verschlungenen Wahrnehmungsraum. Doch auch hier ist Oliver Rosemann eher am Dissonanten als an kraftvoller Einfachheit interessiert. „They Call Them Millions“ ist ein breit gefächertes und eigensinniges Techno-Album, das sich sehr selbstbewusst vom Dystopian-Berlin-Sound fernhält.

On top gibt es noch drei Remixe zu „Antibody“ dazu. Besonders Jamie Dill und Squaric steigern die brachiale Kraft nochmals enorm.

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