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Antoinette Blume
Alles, immer, gleichzeitig und umgekehrt-nacheinander: Autorin, Journalistin, Redakteurin, Moderatorin und Podcasterin.

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Afterhour #2 Liebe, Techno, Leipzig – Solaris

01. Februar 2017 / Kommentare (2)

Antoinette Blume schlägt ein neues Kapitel ihrer Afterhour-Begegnungen mit interessanten Menschen des hiesigen Nachtlebens auf. Solaris kreuzte dieses Mal ihren Weg.

Hier sollte eigentlich eine preiswürdige Einleitung meiner lieben Freundin Ronya Othmann stehen. So beginnt zwar keine Einleitung von ihr, aber notfalls eben von mir. Ich verzeihe meinen Freunden zu oft und zu gerne diese gewisse künstlerische Unzurechnungsfähigkeit, Unzuverlässigkeit und Unberechenbarkeit. Auch heute. Ja, auch heute. Die Einleitung wird nachgeliefert, I promise!

Dafür gibt es in dieser Februar-Ausgabe ein A4-Portrait einer Frau, die jegliche Freifläche zum Ausbrennen bringt: Solaris. Wie die Sonne. Nur in schwarz.

Steckbrief
Musik oder Rausch?Rausch durch Musik
Clubnest?Institut fuer Zukunft
Zuhause-Musik?Punk und Ambient

Chiaroscuro: hell-dunkel

Solaris ist nicht nur Resident DJ in einem der Technoclubs in Leipzig, dem Institut für Zukunft, sondern auch Philosophin (B.A.), Bookerin und die Verantwortliche für eine meiner liebsten Veranstaltungen in eben diesem Club, dem Sunday Service. Spätestens, eher allerspätestens seit ihrem Set beim Boiler Room und ihrem Auftritt zur 12-Jahres-Feier im Berghain kennt man ihren Namen, ihr Gesicht, ihre musikalische Handschrift. Man müsste annehmen, der starken Resonanz zu urteilen, die Boiler-Room-Berghain-Bookings wären die markantesten Stellen in ihrer vierjährigen DJ-Vita.

Für Solaris selbst ist die bisher wichtigste Station der Anfang: Die IfZ-Eröffnung. Was sich seit dem in Leipzigs Zirkuszelt gedreht und entwickelt hat, ist zu so etwas wie dem Party-Dialysegang für Technoerkrankte geworden. Weitestgehend perfektioniert und geradezu (über)lebenswichtig für einen Teil der Nach(t)welt.

Gegenwärtig, vergangen, zukünftig

Clubnest ist unweigerlich und für immer das IfZ, hier wird kuratiert und der eigenen Kreativarbeit nachgegangen. Und dass ein Booker nie schläft, ist wohlweislich wahr. Entweder Solaris organisiert, legt in Clubs oder bei Festivals (wo sie einst die Clubfamilie des IfZ kennenlernte) auf. Früher war sie selbst oft Sonntags im Berghain anzutreffen, bevor das mystifizierte „Non-Plus-Ultra“ Berlins ausdiente und Solaris selbst die Möglichkeit bekam, das Nachtleben mit eigenem Anspruch und Zutun zu verschönern. Dazu gehört beispielhaft das ausgewogene Verhältnis von queeren, weiblichen und männlichen Künstlern, die eine Party gestalten.

Und was geht so in puncto Zukunft? Zukünftig (welch omnipräsenter Ausspruch!) möchte sie sich der eigenen Produktion von Musik verschreiben – das Vorher-nie-dagewesene entfaltet mit der Zeit mehr und mehr seine unbekannten Reize und löst vielleicht, irgendwann, aber nie absolut, das Auflegen fremder Musik ab.

Sci-Fi-Butterfahrt

Damit ihr, nein wir, zum Ende hin noch etwas Handfestes mitnehmen können, nicht nur einen Einblick und ein paar Lesezeilen (ich kenne ja meine gierige, ähh wissbegierige Leserschaft mittlerweile), hier noch das gelüftete Geheimnis hinter dem Künstlernamen Solaris: Es ist ein Sci-Fi Filmtitel – puff, platsch.

Ja, denn auch ich dachte für 2-3 Sekündchen, es könnte sich um eine busfahrgetränkte Geschichte handeln – nein, den Namen gab es schon vor dem Umzug von Dresden nach Leipzig. Trotzdem schön, in einem LVB-Gefährt zwischendurch den Namen Solaris zu lesen – und damit an die ein oder anderen Nächte und Tage des Sunday Service zu denken.

Wieder geht ein herzlicher Dank an Henry W. Laurisch für das Porträt-Foto sowie an Manuel Schmieder für das Afterhour-Artwork.

CommentComment

  • TIME FOR GIRL POWER / 05. Februar 2017 / um 17:51
    […] • FROHFROH • MIMI&KÄTHE • […]
  • ElVauBeh / 03. Februar 2017 / um 15:27
    Cool, dass ich nicht der Einzige bin, der den Namen immer mit dem Bus in Verbindung bringt. :D

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