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Ayke
Ayke hat uns kurz mit einigen schönen Texten unterstützt. Dann hat er die Noisey-Redaktion geleitet und arbeitet heute als freier Journalist.

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Mod.Civil „op.cit.“ (Ornaments)

15. April 2010 / Kommentare (1)

War nicht „Einfachheit Gewinnt“ das Motto von Gerrit Behrens und René Wettig, den beiden Jungs von Mod.Civil? Hört man in ihre neueste EP auf Ornaments rein, scheinen diese einfachen Zeiten der Vergangenheit anzugehören.

Beide Stücke auf der Ornaments 13 sind deutlich weniger durchsichtig als das, was man von Mod.Civil bisher so kennt. Die letzten Stücke zeichneten sich meist durch ziemlich klare Strukturen aus mit einem Schwerpunkt auf den Club.

Bei „op.cit.“ ist dagegen Vieles versteckter, es klingt als hätten sich Mod.Civil bewusst für eine neue Richtung entschieden. Die A-Seite beginnt noch ganz klassisch mit der Bassdrum und Snare. Dann das Thema, das sich anfangs fast ausschließlich in den tiefen Tonlagen abspielt.

Hier baut sich ein richtig guter deeper Housetrack auf. Doch dann kommt wie eine zweite Schicht ein anderer Rhythmus, der durchgehend leicht versetzt zum eigentlich Beat schlägt und dem Ganzen eine neue Richtung gibt. Während bei anderen Mod.Civil-Tracks voll auf den Höhepunkt zugearbeitet worde, nehmen die Jungs hier kurz vor dem erwarteten Höhepunkt den Schwung raus. Und das ist gut. Die komplexere Struktur mit verschiedenen Rhythmusschichten macht den Track weniger voraussehbar und dadurch aufregender, ohne dabei den Clubcharakter ganz zu verwerfen.

Die B-Seite geht dann noch einen erheblichen Schritt weiter. Der mehr als zehnminütige Track spielt immer wieder mit Rhythmus und Themenwechseln. Vom ersten Schlag an ist hier der Beat leicht versetzt und schleppt sich eher schwerfällig über die ersten Takte, bis die Snare dem Ganzen etwas mehr Schwung gibt.

Langsam baut sich der Track auf, mit einer angedeuteten Melodie in den Tiefen und einem jazzartigen Saxophonsound in den Höhen. Doch sobald man glaubt, die Idee verstanden zu haben, wird eine neue Tür geöffnet und der Track geht in eine ganz andere Richtung weiter. So kommt nach über sechs Minuten in den Höhen eine ganz andere Melodie hinzu, abgerundet durch abstrakte Vocals. Das ist gut zu hören, auch wenn es wahrscheinlich zu verschroben ist, um auf der Tanzfläche wirklich zu funktionieren. Ein Risiko, das durchaus eingegangen werden kann, denn langfristig macht es die Veröffentlichungen von Mod.Civil interessanter.

„op.cit.“ weist in eine neue Richtung. Wenn Mod.Civil dieser Richtung in Zukunft folgen, können sie, was die Produktion ihrer Stücke angeht, einen erheblichen Schritt nach vorne machen. Oder anders gesagt: Komplexität gewinnt.

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Ornaments Website
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  • Jens / 15. April 2010 / um 19:21
    Wunderbar Wunderbar! Wie sympathisch das holpert!

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