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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Zwischen Nordsee und Pleiße

28. April 2010 / Kommentare (0)

Das letzte Jahr gehörte Sven Tasnadi. Ein halbes Dutzend neuer Platten kamen von ihm 2009 heraus. Das neue Jahr startete für ihn im April. Mit gleich zwei neuen EPs, die zwei Seiten von Tasnadi aufzeigen.

Ginge es ums Label-Name-Dropping, dann bräuchte sich Sven Tasnadi beileibe nicht zu verstecken: Pokerflat, Liebe*Detail Spezial, Smallville, Ornaments, Cargo Edition und jetzt auch Cocoon Recordings. Dort erschien vor kurzem im Rahmen einer neuen 10“-Reihe eine Split-EP mit dem Tasnadi-Track „Nordsee“.

Irgendwie scheinen die Split-EPs die Orte zu sein, an denen bisher wenig bekannte Seiten von Sven Tasnadi zu entdecken sind. Ich erinnere mich an „Winter“ auf einer Smallville-Platte vom letzten Jahr. Da begeisterte Tasnadi mit ungeahnt schwelgerischer Gelassenheit und einer stillen Deepness.

Markus Fix / Sven Tasnadi „Dark Side Of Bo“ / „Nordsee“ (Cocoon Recordings)

Bei „Nordsee“ und dem Cocoon-Banner im Hinterkopf fällt sofort der massive Klang auf, der sich einerseits stoisch nach vorn schiebt, andererseits fast etwas trancehaft Verschlungenes hat. Das ist ganz klar auf Rave gedreht, das passt zu Cocoon. Und doch sind diese düster-elegische Stimmung und der Drive einfach anziehend.

Ein wenig erinnert es mich auch an Gregor Tresher, der ebenso massiv und organisch klingen kann, der genauso zwischen Groß-Rave und Feingeist changieren kann. Allerdings macht er dies hauptamtlich, bei Sven Tasnadi scheint es eher die Ausnahme zu sein.

Toll auch, wie im fließenden Zenit des Tracks auch Stimmen durchschimmern. Sächselnde Typen, wenn ich es richtig verstehe. So klingt Heimatverbundenheit auch mit Ibiza im Rücken.

Sven Tasnadi & Juno6 „Jam Sessions“ (Cargo Edition)

Dementsprechend entschlackt und rough klingen die zwei neuen Tracks von Sven Tasnadi, die er zusammen mit Juno6 auf Cargo Edition soeben veröffentlicht hat. Aufgeräumter Tech-House mit reduzierter Deepness und einigen Specials.

Bei „Pound Cake“ ist es eine freche Kinderstimme, die erst repetitiv reinfadet und später einfach losplappert. Mit Kindern lassen sich schnell Sympathiepunkte einsammeln. Doch hier klingt es ganz organisch, nicht nach Effekthascherei.

„Take Eleven“ klingt in seiner Bassline ziemlich dumpf im Oldschool-Sinne. Und sie ist recht melodiös und mit einem dezenten Jazz-Einschlag. Dadurch kommt eine gewisse Eleganz rein, die später auch mit der Geige und einer glockenhell summenden Stimme zusammenpasst. „Jam Sessions“ heißt die Platte, so sind die beiden Tracks sicherlich entstanden.

Sven Tasnadi Myspace
Juno6 Website
Cargo Edition Website
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