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Amy
Hauptsache gute Laune - von Disco bis Tekno kommt für Amy auf dem Dancefloor und USB Stick alles in Frage. Szene über Mainstream, Open Air über Club, Sekt über alles.

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Internationaler Austausch: Controlled Violence

22. März 2019 / Kommentare (0)

Das in Melbourne und Leipzig ansässige Label Controlled Violence feierte am vergangenen Wochenende die erste Labelnight im Elipamanoke. Welche Vision steckt hinter dem Projekt und was kann man sich unter einer australisch-deutschen Soundästhetik vorstellen?

Fragen über Fragen – unsere Autorin Amy hat sich mit zwei Labelmitgliedern getroffen, um sie zu klären. Die australischen Member bleiben abgesehen von ihren Künstlernamen namentlich unerwähnt.

Gleichermaßen in Leipzig und Melbourne beheimatet, machen sich Controlled Violence in Leipzig momentan mehr und mehr einen Namen.

Das Label hat zuletzt die erste deutsche Labelnight im Elipamanoke und die Releaseparty ihrer neuesten Platte im Inch by Inch gefeiert. Hinter dem Projekt stehen motivierte Techno-Liebhaber, die eine internationale Plattform aufbauen.

Controlled Violence wollen den australischen Sound nach Leipzig bringen und umgekehrt. Aber hat jemand diesen musikalischen Stil hier überhaupt auf dem Schirm? Was kann man sich denn unter Australia-Techno vorstellen? Inspiriert vom sonnigen Wetter und der paradiesischen Atmosphäre, möchte man dieses Feeling per Platte in die Clubs bringen, meint Labelchef Hooover.

Good-vibes-only-Mentalität.

Das bedeutet mehr House als Techno, mehr Natur als Industrie. Der australische Sound integriert vor allem aus live-recordings aus der heimischen Natur, die roughen, düsteren Elemente welche die Leipziger Clubs dominieren, kommen eher sporadisch vor. Genau dort wollen Controlled Violence ansetzen, die sich mit dem typisch australischen Techno nicht identifizieren wollen.

Stattdessen haben sie es sich zum Ziel gesetzt, das breite Spektrum der elektronischen Musik abzudecken und dabei eine soundästhetische Kohärenz beizubehalten, die aber vor allem auf energetischen Techno abzielt. Dementsprechend haben sie auf ihren bisher drei veröffentlichten Platten von Ambient über Minimal bis Elektro schon einige Elemente der verschiedenen Subgenres unterbringen können. Der Fokus liegt auf musikalischer Innovation und Weiterentwicklung.

Controlled Violence als Label und Plattform formte sich um die Jahre 2015/16 in Melbourne durch die Freunde Hooover und Administrator. Durch gesetzliche Einschränkungen im Nachtleben Sydneys im Jahre 2012 sahen sich die beiden, wie auch viele andere Kreative, dazu gezwungen aus der Region wegzuziehen und sich in Melbourne anzusiedeln.

Nachdem der Nährboden für ein gesundes Nachtleben gelegt war, folgte nach einigen Digitalreleases im April 2017 die erste Platte und markierte den offiziellen Startschuss für das gemeinsame Projekt. Schon hier konnte das Label seinem internationalen Anspruch gerecht werden, indem Künstler aus Sydney, Leipzig, Russland und der Türkei gefeatured wurden.

Um die Zeit der ersten Platte zog Hooover nach Leipzig um. Für ihn eine neue Welt, in der es sich erstmal zu orientieren galt. Auf der Suche nach Menschen mit ähnlichem Interesse an elektronischer Musik wandte sich Hooover per Facebook an Tobias, der heute unter dem Namen I C S. als Eli-Resident regelmäßig die Platten vor allem im Leipziger Westen kreisen lässt. Nach dem ersten gemeinsamen Treffen kristallisierte sich zwischen den beiden schnell eine selbsternannte Bromance heraus, wodurch Hooover Tobi für das Label gewinnen konnte.

Der Umzug kam deshalb nur passend für die Vision, die Controlled Violence sich von Anfang an zugeschrieben hatte: ein internationales Netzwerk für viele Künstler zu bieten, die sich mit einer ähnlichen Klangästhetik identifizieren können.

So wurden bisher auf 16 Digitalreleases und drei Platten circa 25 Künstler*innen gefeatured. Neben Artists aus Melbourne und Leipzig finden sich heute im Label-Roster außerdem Künstler*innen aus Lyon, Frankreich und Tiflis, Georgien wieder.

Es dauert wohl noch, bis der Wunsch, alle unter ein Dach zu bringen, erfüllt werden kann. Bis dahin finden sich bei Labelnights, wie jene am 16.03. im Elipamanoke, zumindest die deutschen Künstler*innen wieder.

Fürs nächste sind mehr Platten vorgesehen: Die kommenden fünf bis sechs Releases sind schon in Planung oder Arbeit. Der Fokus liegt hierbei zunächst auf Solo-Projekten, um den einzelnen Artists mehr Aufmerksamkeit und vor allem eine Stimme zu geben.

Bis dahin heißt es Ohren spitzen und reinhören:

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