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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Break-Digital // Break-Analog

23. Juni 2010 / Kommentare (0)

Digital versus Vinyl. Dieser Zwist wird uns noch länger in Atem halten. Aktuell sind zwei Verfechter der jeweiligen Richtung mit neuen Veröffentlichungen dabei. Wintermute digital, Alphacut im gewohnt limitierten Vinyl-Schnitt.

Wintermute, ein Leipziger Duo, prägt eigentlich den Sound des Jenaer Netlabels Digitalgewitter. Jetzt gehen sie nach Dresden zu NoSYS Productions – ein noch recht junges Label auf demselben Creative Commons-Boden. Die „Epiphany EP“ ist eine Compilation der Leipziger Überschneidungen. Da treffen Wintermute auf Epidemic bei „Scanners“ überaus kompakt und mit Cello aufeinander.

Dagegen haut Epidemic mit „Kondensmilch Leicht“ ordentlich auf die Mütze. Nix mit Leichtigkeit und niedriger Fettstufe. Das ist Rave mit allen Mitteln. Wie ein Feuerball, der alles anzündet, aber auch zerstörerisch ist.

Der komischste und zugleich faszinierendste Track ist die Kollaboration von Wintermute mit Hardy und Needrux. Ein zurückhaltender, gedrosselter Dub-Techno-Drum’n’Bass-Hybrid. Die Sounds sind mir zwar einen Tick zu plastisch, aber es ist trotzdem spannend, wie schlüssig hier gerade und gebrochene Beats in einem Stück vorkommen.
Alphacut-19Bei Alphacut gibt es auch was neues, natürlich ausschließlich auf Vinyl. Und limitiert auf 200 Stück, so wie die letzte Platte der zweiten Release-Welle auch schon. Auf der Nummer 19 gibt es ein Wiederhören mit Morphy, der bereits der Nummer 17 einen der Höhepunkte bescherte.

Und mit „Uptown Special“ gelingt dem Schotten erneut ein wunderbar intensiver Track. Wieder ist das Tempo gedrosselt und die Sounds klingen so organisch und trocken als ob da eine Band live jammen würde. Wegen mir müssten diese Breaks-Geschichten nie schneller sein. Da bleibt einfach genug Luft zum Atmen und genug Raum für die Sounds.

Scharfkantiger und treibender klingen Trisector & Creep. Letzterer gehört zu Paranoid Society, Trisector ist Finne. Damit ist „Hollow“ also eine estnisch-finnische Zusammenarbeit, die von einer roughen Düsternis geprägt ist. Zwei Länder mit langen Winternächten.

Toll ist, wie zwischen der gespenstischem Dissonanz immer wieder mal zarte Harmonien durchschimmern. Die strahlen dann umso heller, wenn auch diese darke Konsequenz ziemlich anziehend ist. Wann gibt es eigentlich all die Tracks auf einer Compilation? Da ließe sich bestimmt auch eine gute Dramaturgie durchspielen.

NoSYS Website
Wintermute Myspace
Alphacut Records Website
Mehr zu Alphacut Records bei frohfroh

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