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Anja
Anja alias Porpoise sollte hier eigentlich viel öfter mitschreiben. Leider fehlt die Zeit. Denn ihr Herz schlägt für Radio Blau. Hört unbedingt ihre "Sunday Groove"-Sendung.

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Ein Mosaik aus Vinyl

01. Januar 1970 / Kommentare (1)

Die elektronische Musik-Szene in Leipzig bleibt in Bewegung: immer mehr Enthusiasten dieser Stadt trotzen der Krise der Musikindustrie indem sie eigene Plattenlabels gründen. Alphacut Records gehört dabei schon fast zu den alten Hasen.

Musikalisch bewegen sich die Veröffentlichungen von Alphacut meist grob im Universum des Drum’n’Bass, aber Labelmacher LXC – bekannt für Veröffentlichungen auf Labels wie Offshore, Subtle Audio und Death$ucker – betont: „Es geht um keine konkrete Sparte, wir sind in keiner Schublade drin, darum ist jede Platte auch ein bisschen anders.“ Mit Alphacut lassen sich zum einem eher unübliche Tracks immer neuer internationaler Künstler entdecken, zudem entstehen durch die Zusammenstellung von verschiedenen Acts auf einer Platte mit jedem Release spannende Kombinationen.

Genauso wichtig ist LXC aber auch, die Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess zu behalten, von der Kontaktaufnahme zu den Künstlern bis zur eigenhändigen Plattenpressung. Dieser aus dem Punkrock stammende DIY-Gedanke scheint ihm im Blut zu stecken: „Ich kann das gar nicht, immer nur zugucken und zuhören, sondern ich will dann auch selber meinen Senf dazu geben, weil ich denke, dass sonst auch gar nichts ins Rollen kommt.“ Auch besondere Features wie farbiges Vinyl, Handnummerierungen und so genannte Endlosrillen zeugen von einer Leidenschaft, die Alphacut-Platten zu einem Geschenk für Vinyl-Liebhaber machen.

In den ersten Jahren veröffentlichte Alphacut zwar konstant, aber relativ selten. Mittlerweile wird die liebevolle Beharrlichkeit, mit der LXC seine Ideen verfolgt, auch nach außen hin deutlicher: „Es ist, als hätte sich mit jeder Platte das Mosaik mehr zusammengefügt und jetzt haben die Leute verstanden, worum es uns geht.“ Insbesondere auf die achte Veröffentlichung in diesem Sommer gab es viel positives Feedback. Das Resultat, nicht zuletzt auch dank der persönlich gepflegten Kontakte zu Künstlern und Fans des Labels, ist inzwischen ein erheblich angewachsener Pool an guten Musikern, der dem Labelbetreiber Ansporn für neue Veröffentlichungen ist.

So folgte im Dezember schon die nächste Platte mit zwei wunderbar zugänglichen Stücken. „High Resolution“ von Paranoid Society aus Estland erinnert mit der perfekten Mischung aus Hektik und Gefühl daran, warum Neunziger-Jahre-Helden wie Photek so zukunftsweisend waren. Der Engländer Randomer dagegen beeindruckt auf seinem Track „Down In The Woods“ mit frisch-steppenden Ethno-Elementen. Mit Randomer werden Alphacut auch ihre Jubiläumsplatte bestreiten, dann mit der böse zappelnden Energiebombe „Seeing Angels Redux“. Diese 10. Veröffentlichung wird aber auch noch einen ganz besonderen Leckerbissen bieten: eine B-Seite mit 111 Endlosrillen, darunter von international bekannten Künstlern wie Paradox und Melt Banana, aber auch von weniger bekannten und lokalen Freunden des Labels.
(Erstveröffentlichung im Kreuzer 1208)

Alphacut Website
Mehr zu Alphacut bei frohfroh

CommentComment

  • Franz / 01. September 2009 / um 16:46
    toll!

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