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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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1 x Tinkah, 3 x Defrostatica

09. Oktober 2019 / Kommentare (0)

Sowohl Tinkah wie auch Defrostatica veröffentlichen fleißig neue Musik. Wir stellen sie wieder vor.

Tinkah „Loniverse“ (Human)

Fleißig, fleißig: Ein zweites Release mit eigenem Material veröffentlichte Tinkah auf seinem Label Human im August. Diesmal gibt es zehn Tracks auf einer Kassette (und natürlich digital), auf denen er seinen Sound weiter verfeinert. „Loniverse“ mäandert dabei sehr organisch und verträumt vor sich hin, ohne dabei den Bass zu vergessen. Obwohl die Einflüsse aller möglichen Subgenres nach wie vor präsent sind, bedient Tinkah keinen bestimmten, funktionalen Style. Das ist ein musikalischer Gewinn, denn die Beats ordnen sich den Stücken unter statt ihnen eine vielleicht DJ-freundliche, aber doch starre Struktur vorzugeben. Nein, die 49 Minuten lassen auch mal die Beats zugunsten kontemplativer Atmosphären ruhen und fließen zu einem passenden Soundtrack für die kommenden, kalten Herbstabende zusammen.

Champion Sound „Youth EP“ (Defrostatica)

Damit’s aber nicht zu kuschelig wird, hören wir gleich in die neuen EPs des ebenso fleißigen Labels Defrostatica rein. Ganz frisch ist die zwölfte Platte mit drei Stücken des Moskauer Trios Champion Sound, das die rohe Energie des Jungle in zeitgemäße Form übersetzt. „Ghetto Youth“ ist ein Banger, der neben stakkatoartigen Subbässen auch Ragga-Vocals von Hawkeye auf einem Halftempo-Beat abfeuert, als gäbe es kein Morgen. Spätestens wenn nach dem epischen Drop ein zusätzliches Snare-Gewitter einsetzt, besteht Moshpit-Gefahr im Club. Unklar, wie im Nmesh Remix der Track dann tatsächlich zu einem noch größeren und dabei hakenschlagenden Rave-Monster ausgebaut wird. Rollt!

Ganz ähnlich wie „Ghetto Youth“ funktioniert auch „Talk“, biegt aber in eine deutlich paranoidere Richtung ab. Im Remix von Sun People wird daraus ein übellaunig-metallischer Roller mit Footwork-Einflüssen.

Sinistarr „Everything On Time EP“ (Defrostatica)

Bereits im Juni erschien das elfte Release auf Defrostatica, bei dem Detroits Sinistarr auf Kiat und Agzilla trifft. Wieder eine EP voller Kracher, die ja auch gut rezepiert wurden. Fast martialisch, zumindest eiskalt mutet der Opener „KNS 2019“ an, dessen als digitaler Bonus-Track beigesteuerte Original-Version mit Acid-Anleihen und kaputten Sounds überrascht.

„Emo“ hebt sich dann schon stärker vom üblichen Repertoire ab und ist ein funktioniert als Bindeglied zwischen Drum & Bass, Ghetto-Tech, Electro und ähnlichen Styles. Hier taucht auch schon eine viel eher an Detroit Techno erinnernde, melancholische Note auf, die dann auf Garden um (Achtung!) unkitschige Vocals ergänzt wird, welche wiederum in schräge, Footwork-Sphären gechoppt werden. Funky Shit! Auch „Topor“ fängt die hypernervösen Beats durch melancholische Synthies auf, die zwischendurch durch Bass-Gebrummel unterbrochen. Ein ebenso verrückter wie wunderbarer Abschluss.

DJ YumYums Track „Nous VIP“ (Defrostatica )

Zuguterletzt hat Defrostatica die völlig am Footwork-Acid-Rave-Rad drehende VIP-Version zu DJ YumYums Track „Nous“ veröffentlicht, der vorher auf der „Future Sound of Leipzig“-Compilation erschien. Da fallen mir keine Worte ein, außer: Unbedingt reinhören!

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