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Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

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Review, Review: Clear Memory, XY0815 und Projekt Eins

27. Oktober 2019 / Kommentare (0)

Die zweite 12″ von Clear Memory ist kürzlich erschienen – wir haben reingehört und außerdem nach weiteren Releases aus dem Crew-Umfeld Ausschau gehalten.

Various „Clear Memory 002“

Der Herbst ist dunkel und Clear Memory bringen mit ihrer zweiten 12″ den perfekten Soundtrack, um sich mit ein paar Science-Fiction-Schmökern zuhause zu verkriechen. Oder eben gerade nicht, vielleicht ist es auch wieder die beste Zeit, um lange Nächte in Clubs zu verbringen – dann sind die vier Tracks auch für die Tanzfläche eine gute Wahl. Im Vergleich zur ersten Platte (https://www.frohfroh.de/26017/various-clear-memory-001) klingen die Tracks vielleicht ein Ticken treibender und stärker auf Electro fokussiert.

Achtung, Bombe: Gleich zu Beginn gibt es mit „The Gifted Man“ von Milium eine dystopische Electro-Hymne, die für mich irgendwie auch die Essenz des Genres präsentiert. Obwohl eine Menge in knapp fünf Minuten passiert, wirkt der Track niemals überladen und hält eine unglaubliche Spannung aufrecht. Allein, wie nach einem guten Drittel des Tracks die Snare eine ordentliche Portion Reverb abbekommt, ist großes Kino.

„Deansgate Mob“ von Westlake & Hayter behält die erwähnte Spannung bei und klingt dabei eine Ecke dreckiger. Laser-Sounds, Maschinengeräusche, verfremdete Vocals: Auch hier sind alle Zutaten hinlänglich bekannt, aber ebenso mit viel Gespür aufeinander abgestimmt – und rocken tun sie sowieso.

Seite zwei startet mit von Robyrt Hecht, dessen Vocoder-Stimme im Zentrum von „All We Do“ steht – ein Effekt, den ich gern wahllos im Alltag zur Verfügung haben möchte. Im Vergleich zu seinen Yuyay-Releases ist das Stück weniger verspielt, passt aber umso besser zu seinen Clear-Memory-Kollegen. „All We Do“ ist dann auch der Ruhepol der Platte, denn zum Schluss aktiviert Varum mit „Cosmos“ noch mal den Raketenantrieb und lädt uns zu einer Runde Space Invaders-Zocken ein. Wer würde dieser Einladung schon widerstehen, wenn sie so funky verpackt ist wie dieser fulminante Abschluss einer durchweg gelungen EP?

XY0815 auf Brokntoys

Auch abseits des eigenen Labels gibt es weitere Musik der Clear Memory-Crew zu entdecken. Zwei sehr schöne, durchaus aufgeräumte Tracks von XY0815 gibt es auf einer 7″ des englischen Labels Brokntoys zu hören. Bei „Geist Körper Synergie“ scheinen sich die Noten immer gegen ein drohendes Detuning zu wehren, wodurch der Track leicht verspult und trippig wirkt. Die B-Seite „Cleo’s Theme“ badet hingegen auf angenehm zurückhaltende Weise im IDM-Geblubber. Beide Tracks behalten dabei aber den Electro-eigenen Groove bei, eignen sich also prima, um ein DJ-Set in unterschiedliche Bahnen zu lenken.

Deutlich ernster und härter fällt „Rigid Body“ aus, eine ebenfalls auf Brokntoys erschienene Zusammenarbeit von XY0815 und Int Main. Ein knarziger Bass untermalt den sehr trockenen, dunklen Groove. Das ist was für lange Nächte im Electro-Keller und dabei auch der düsterste Moment des ansonsten recht melodischen, manchmal auch leichtfüßigen Samplers „Relative Persuasions“.

Various Rats (Rat Life)

Im Frühjahr erschien außerdem eine Compilation auf Rat Life mit Clear Memory-Beteiligung: Unter dem Namen „Projekt Eins“ liefern Hayter und Magnetic energiegeladenen Electro auf den Punkt gebracht ab. Eigentlich sagt der Name des Stücks, „Hit’n’Run“, alles. Aber es gibt noch mehr zu entdecken: Sowohl „Wigwalker“ von Neud Photo wie auch „Akou“ von Skoov erinnern an die rohe, dunkle Seite der 80er, wobei letzteres vor allem aufgrund der Vocals im Gedächtnis haften bleibt. Und wem das nicht genügt, der bekommt mit Ca$hminus‘ „No Guaranty“ im Credit 00-Remix noch eine Dancefloor-Bombe oben drauf.

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