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Amy
Hauptsache gute Laune - von Disco bis Tekno kommt für Amy auf dem Dancefloor und USB Stick alles in Frage. Szene über Mainstream, Open Air über Club, Sekt über alles.

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Behind the nights – Bake le Cake

20. November 2019 / Kommentare (0)

Crazy colourful, crazy energetic, crazy crazy – die Bake le Cake-Boys mischen schon seit knapp über zwei Jahren in Leipzigs Szene mit. Zeit wird es also langsam, um herauszufinden, wer hinter den Acid House-Raves steckt.

Obgleich man schon eines ihrer Livesets gehört hat – die Soda Kids dürften jedem, der regelmäßig in Leipzig feiern geht, ein Begriff sein. Treibende Basslines, verspielte Samples und fette Acid House Rhythms definieren ihren Sound, von Leipzigs Partyplakaten sind sie nicht mehr wegzudenken. Und so ist es auch mit ihren Veranstaltungen aus der Bake le Cake Reihe, die in der Clublandschaft ebenfalls zu einem festen Bestandteil geworden sind.

Dass die Jungs aus Kanada kommen, dürften einige wissen, wie aber ist es dazu gekommen, dass sie sich und ihre Veranstaltungen in Leipzig in diesem Maße etablieren könnten?

Allein die Soda Kids stecken nicht hinter der Reihe, so viel sei vorab gesagt. Trotzdem ging es 2015 los, als die Jungs sich dazu entschieden, nach Deutschland zu kommen, um Musik zu machen.

„Of course, we were targetting Berlin, as any foreigners would.“

Eine Freundin aus Leipzig lockte sie dann schließlich hier her. Im Gegensatz zu ihrer Heimatstadt hat die Musik hier einen wahren Stellenwert, meinen sie: „People actually go to parties to listen to music. It’s a healthy scene – in Montréal, this is nonexistent. You’re either making pop [music, Anm. d. Red.], or you’re flipping burgers.“

von links: Niko, Georg, Christophe
Foto von Kim Camille

Das Elipamanoke gab ihnen schließlich eine Chance, zu spielen: dort lernten sie bei ihrem ersten Gig Georg kennen, der ebenfalls spielte – damals unter dem Namen Friedrich, heute als Carrera Paw. Mit ihm starteten sie die Bake le Cake Reihe, die zum ersten Mal im April 2017 im Eli stattfand: „It’s about putting out a place where people feel free and easy, where’s it’s colourful, where it’s non-serious.“

Bei der Frage nach ihrem größten bisherigen Meilenstein, einigen sich die drei auf ihre erste Geburtstagsfeier: Bake le Cake 3D, 46 Stunden Party. „It was like a festival at Eli, it was a movie. […] It’s not really a milestone, but it’s definitely one of our best memories.“ Und dass es ihnen darum geht – die Party zu einem Rave zu machen, loslassen zu können, sich frei zu fühlen – das merkt man nicht nur, wenn sie davon erzählen, das merkt man auch auf den Veranstaltungen selbst. 

„When it becomes too dark, too black and white, too one-genre driven, it becomes boring.“

Stattdessen soll es darum gehen, Genregrenzen verschwinden zu lassen, Musik und Farben zu vermischen – wobei auch Dekoration und Artworks sowie Videos eine starke Rolle spielen. So wie die Party aussieht, so sollen sich die Leute auch fühlen: bunt und verspielt.

„A safe space, where people feel well“, sagt Christophe. „An adult kindergarden!“- so Niko. 

Artworks von Anton aka @good.bad.ok

Bisher haben sie nach sieben Veranstaltungen im Elipamanoke und weiteren Kollaborationen mit dem Acid Rave im mjut, der Channel-Reihe im IfZ, Zur Klappe in Berlin und einer „Cupcake“ in der Kulturlounge mehr als nur einige Erfahrungen sammeln können. Und nun steht das erste Wochenenddatum im Institut mit dem Killekill-Label aus Berlin an; ein Plan, der schon seit einiger Zeit steht: „It’s been a label that’s been really dope for us for a long time; now it’s an honour to have them here.“

Ein weiterer Schritt in der Zukunft sieht Bake le Cake als Label und als Booking-Agentur vor (ja, Bewerbungen sind willkommen!). Es gibt immer noch zu viele talentierte Leute, meinen sie, die noch keine Plattform haben, sie aber verdienen.

Und die wollen sie ihnen bieten – wirft man einen Blick auf die vergangenen Bake le Cake-Bookings, merkt man, dass ihnen das bisher auch ganz gut gelungen ist. Klar ist dabei immer ein lokaler Fokus gegeben und klar wird ein ausgeglichener Geschlechteranteil berücksichtigt, jedoch sind diese Faktoren für sie selbstverständlich und logisch – Stichwort safe space. 

Nun gilt es also, den 29. November abzuwarten, bis der nächste Kuchen aus dem Ofen des IfZ gefahren wird – ach ja, der Name Bake le Cake hat übrigens keine spezifische Bedeutung, für alle, die es wissen wollen. Bis dahin heißt es: „Rave on.“ 


Das Interview wurde auf Englisch geführt.
Fotos von Kim Camille.

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