← ZurückPeoplePeople

Autor/-in

Kathi
Wenn Kathi nicht gerade versucht, mehr Techno in die MDR Sputnik-Playlist zu schmuggeln, reist sie gern. Ob Ausflüge Brandenburg, Bali oder Bangkok, unterwegs zu sein reicht schon. Früher hat sie für bln.fm geschrieben und Podcasts produziert. Seit Kathi in Leipzig wohnt, unterstützt sie frohfroh und die hiesige Gastronomie durch ausgedehnte Nudelsuppen-, vegetarische Pizzen- oder Sushi-Abende.

Tags

Teilen

New Faces – Pandaro

17. Dezember 2019 / Kommentare (0)

Pandaros Ruf eilte ihm schon vor seinem Umzug voraus. Denn obwohl er in den letzten zwei Jahren ’nur‘ zwei Tracks released hat, wird er als Geheimtipp gehandelt. Seit unserem Interview kann ich das musikalisch, als auch menschlich voll und ganz verstehen.

Wir trafen uns an einem dieser letzten goldenen Herbsttage im Lene-Voigt-Park im Leipziger Osten. Die Wahl des Ortes lag an der Nähe zu Bastis neuer Wohnung. Erst seit drei Wochen war er zu diesem Zeitpunkt hier und kannte den Namen des Parkes, in dem wir ein Stündchen zum Plaudern in der Sonne saßen, noch nicht. Ganz unwissend zog er trotzdem nicht hierher. Er erinnert sich noch genau an seinen ersten Gig im Institut fuer Zukunft, an dem er der erste Act des Abends war und mit seinem Set smooth auf die nachfolgende DJ vorbereiten wollte. Das klappte dann nicht so ganz:

„Meine ganzen Freunde waren mit da und ab dem ersten Song haben die alle getanzt. Ich hatte mir vorher noch gesagt, ok Basti, du bist jetzt geduldig mit deinen Tracks und machst erstmal ruhiger, spielst jetzt nicht gleich den krassen Sound. Aber nach einer halben, dreiviertel Stunde hat das so Fahrt aufgenommen, da hab‘ ich mich mitreißen lassen. Ich konnte mich nicht wehren! Entschuldige Eloïze nochmal an dieser Stelle!“

Warm-Up-Sets, Lokomov und die „gekommene Stadt“

Normalerweise spielt Basti gerne Warm-Up-Sets. Da er in Chemnitz als Booker für das Lokomov gearbeitet hat, war es für ihn daily business vor den gebuchten Acts Mukke zu machen. Den Job macht er derzeit noch, sodass die Chemnitzer ihn nicht komplett an Leipzig verloren haben. Umgezogen ist er, weil es einfach gut passte und das Umfeld für ihn sehr wichtig ist.

„Früher sind alle nach Berlin gezogen, aber jetzt wohnen die meisten meiner Freunde hier. Leipzig ist ja nicht mehr nur am kommen, die Stadt ist längst gekommen...“

„…und ich bin nicht der Typ, der in eine riesige Stadt muss, sondern ich finde es einfach schön, wenn ich einen sozialen Rahmen vorfinde, in dem ich mich niederlassen kann.“

10 Jahre hat er vorher in Chemnitz gelebt und dort studiert. Da die Chemnitzer Szene sehr klein und idealistisch ist, halten die Akteur*innen zumeist zusammen.

„Man identifiziert sich schon irgendwie darüber und hat so einen seltsamen Lokalpatriotismus, aber natürlich nicht diesen Pegida-Swagger! Sondern dass wir als Akteure und Akteurinnen weiterhin in Chemnitz am Start sind und die Szene aufrecht erhalten müssen…“

„und diese Chemnitz-Attitude habe ich schon noch in mir.“

Nichts erzwingen – entspannt bleiben

Musikalisch bewegt sich Pandaro zwischen smoothen House mit Elektroeinschlag und Musik, die auch breakig darf. Auf seiner neuen EP, die Anfang nächstes Jahr bei O*rs rauskommen wird, ist aber auch wieder ein gerader Four to the floor Track, verrät er. In Sachen Genres und Produktion hat Pandaro sowieso eine unglaublich entspannte Haltung:

„Ich habe in diesem Jahr nur zwei Tracks fertig bekommen. Ich sitze eben nicht jeden Abend dran, sondern bei mir muss sich das ein bisschen aufstauen. Und es dauert dann noch mal eine Weile bis ich zu einem Ergebnis komme, mit dem ich zufrieden bin. Natürlich habe ich auch diese Angewohnheit wie andere Produzenten, dass man sich spätestens nach zwei, drei Monaten überlegt, was man noch hätte besser machen können…“

„…da muss man lernen, loszulassen.“

Das Motto ist: nichts erzwingen und sich lieber die Zeit nehmen, einen Track wirklich gut hinzubekommen. Zwei Tracks von ihm sind offiziell released worden. Einer davon landete direkt auf der TH!NK? You & O*rs Compilation von 2017 und sein aktueller Track „And Then I Knew“ ist ebenfalls über O*rs rausgekommen.

Zu Filburt gibt es seit Jahren eine sehr gute Verbindung. Die beiden kennen sich über Bookings. Pandaro arbeitet mittlerweile bei O*rs, schreibt die englischen Pressetexte und kümmert sich um Facebook – oder was eben sonst noch so anfällt. Stück für Stück darf auch das Musikprojekt Pandaro in nächster Zeit wachsen:

„Die Umstände sind gerade gut, ja, aber ich bleibe da trotzdem entspannt. Klar wäre es super, wenn ich noch ein paar Tracks rausbringen kann, vielleicht auf Labels von Freunden. Und ich würde einfach gerne mehr auflegen, weil es mir so viel Spaß macht. Aber ich würde nicht sagen, dass ich es krass drauf anlege oder mir 10000 Follower auf Facebook deswegen kaufe und jeden Club hier in Leipzig anschreibe, ob ich auflegen darf.“

Chemnitz und Leipzig

Zu guter Letzt: Was ist in Leipzig anders als in Chemnitz?

„Leipzig ist in demografischer Hinsicht eine ziemlich junge Stadt.“

„…Letztens war ich hier auf einer WG Party mit mehreren Floors und da kamen einem nur junge, gut gekleidete, attraktive Leute entgegen. Das finde ich schon bemerkenswert.“

Ich persönlich freue mich über diesen tiefenentspannten, sehr sympathischen Neuzugang, von dem wir in Zukunft mehr hören werden. Anfang 2020 kommt zum Beispiel Pandaros neue EP bei O*rs mit einem Credit00 und einem Filburt Remix raus.

Wir halten euch uptodate!

Foto von Fabian Thüroff 

CommentComment

    RelatedRelated

    zum Seitenanfang scrollen