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Antoinette Blume
Sekt oder Selters, Ambient oder Techno, Leipzig oder Berlin, lieber Lesen oder Schreiben - kein Entweder-oder, sondern alles, gleichzeitig und umgekehrt-nacheinander. Unter www.antoinetteblume.de erfahrt ihr an welchen Orten unsere Autorin liest, ausstellt oder was sie wo installiert.

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Tsorn – Psycho Bitch EP (Hypress)

14. Januar 2020 / Kommentare (0)

Tsorn – den Namen kennen Technofans nicht erst seit der Afterhour-Kolumne von frohfroh, sondern vielmehr von Releases bei Connwax, auf der IfZ-Five-Platte oder (ganz frisch!) bei Hypress. „Psycho-Bitch“ heißt die aktuelle 4-Track-EP der Künstler*in, die für düstere Techno-Live-Sets und als Bassistin der Punkband ‚The Heroine Whores‘ bekannt ist. Wir haben Tsorn zum Interview getroffen.

Tsorn produziert seit 2007 Musik. Angefangen hat es mit Electro Punk, dann kam Ambient, eine Tech-House-Episode und schließlich wurde es Techno. Der Signature-Sound vereint „düstere, morbide Melodien, die meine derzeitige Gefühlslage ausdrücken“, wie Tsorn sagt. 

Psycho Bitch

Genau das stellt sie jetzt auf der EP namens ‚Psycho Bitch‘ unter Beweis. Erst einmal sticht der Name ins Auge, der – gemeinsam mit den vier Tracks – ziemlich wenig mit dem vom Label ausgewählten Artwork gemein zu haben scheint.

Artist: Tsorn
Titel: Psycho Bitch
Label: Hypress

„Der Name greift eine diffamierende Beschreibung in Bezug auf Frauen auf. Ich eigne mir diesen Begriff an und entziehe denjenigen, die ihn abwertend benutzen, damit den Nährboden. Der Titel kann auch ruhig als Provokation verstanden werden.“ – Tsorn

Die Tracks entstanden in einem Zeitraum von vier Jahren. Zwei der Tracks, ‚Psycho Bitch‘ und ‚Hungry Foreign Holes‘ stammen aus dem erst kürzlich zu Ende gegangenen Jahr 2019 und wurden damit neu von Tsorn produziert. Anders als für ihre erste EP, seien die neuen Stücke in ihrem Studio in ihrer Wohnung und nicht in der Entzugsklinik entstanden, lacht Tsorn und fügt hinzu: „damals noch wie bei Paul Kalkbrenner, heute in meiner 1-Raum-Wohnung.“

„Live is Life“

Tsorn ist eine der wenigen lokalen Producer*innen in Leipzig, die sich auch als Live-Act in der Techno-Schiene immer wieder auf den Line-Ups der Clubs finden. Ob Tsorn auch als DJ durchstarten möchte? Nein, nur Live – denn „Live is Life“, wie Tsorn sagt. Auf der aktuellen EP hören wir alle Facetten ihres Stils, von „düsterem Witch-House-Trap bei dem Track ‚666‘, melancholischem Electro oder schroffem, dreckigem Techno wie bei ‚Psycho Bitch‘“. Auch mal melodiös und schnell (‚Hungry Foreign Holes‘) wird es auf der aktuellen EP, die am 17. Januar als Digital-Release erscheint. 

Für alle Vinyl-(Only-)Fans: Nur ein paar Wochen später erscheint bei Hypress übrigens eine (schon jetzt ziemlich heiß ersehnte) Compilation – dieses Mal als Vinyl und mit einem weiteren Track von Tsorn. 

Der Wunsch für die Producer*innen-Zukunft ist nach kurzem Überlegen dann auch klar: Ein eigenes Tsorn-Album, auf Vinyl. Allzu lange kann das eigentlich nicht auf sich warten lassen, wenn man sich den Output der letzten zwei Jahre anschaut. 

Release Party

Foto von Tsorn; Bearbeitung von frohfroh

Wer neugierig geworden ist, hat am 18. Januar die Gelegenheit Tsorn live spielen zu sehen und zu hören. Und zwar im Mjut, zur Release-Party unter der Label-Flagge von Hypress. Mit dabei sind Stephanie Sykes, Oliver Rosemann b2b Templeton, SHIKOBA, Monsoon Traxx und Egregore b2b Translucid. See you there!

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