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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Behind the nights – Bela Hodod

03. März 2020 / Kommentare (0)

Raven und Unterstützen – Soli-Partys gibt es einige. Doch, dass eine Crew den Charity-Aspekt als festen Part aufnimmt, kommt eher selten vor. Bela Hodod macht es vor. Und wir stellen das Kollektiv kurz vor.

Bela Hodod, das sind vier Menschen aus Deutschland, Syrien und Mexiko – Carlos, Amer, Nina und Manfred alias Zidane. In Leipzig und Halle sind sie um 2018 aufeinander getroffen und haben schnell gemeinsame Schnittstellen ausgemacht. Techno als verbindender Sound beispielsweise. Aber auch den Wunsch, das Feiern aus dem reinen Eskapismus rauszuholen. Auch wenn es in den Clubs in erster Linie gerade ums Ausklinken aus der Realität geht – draußen dreht sich die Welt eben doch weiter. Und an vielen Orten der Welt geschieht dies alles andere als reibungslos. Amer hatte dies selbst erlebt und musste vor vier Jahren aus Syrien flüchten.

Über ein fotografisches Studienprojekt lernte er Zidane kennen, später kamen noch Carlos und Nina dazu. Ende Januar dieses Jahres veranstalteten die Vier ihre erste Party unter dem Bela Hodod-Banner im Elipamanoke. Der Name ist übrigens die englische Übersetzung für die arabischen Worte „Ohne Grenzen“. Mit Bela Hodod überwindet das Kollektiv auf solidarische Weise internationale Grenzen und spendet die Einnahmen ihrer Partys. Bei der Premiere im Januar kamen 500 € zusammen, die an das Molham Volunteering Team überwiesen wurden. Die NGO unterstützt aktuell syrische Flüchtlinge, die in Camps in benachbarten Ländern leben. Besonders durch den Konflikt im nordsyrischen Idlib hat sich die Lage dort nochmals zugespitzt. 

Foto: Bela Hodod

Am 6. März steht die zweite Bela Hodod-Party an, dieses Mal im Institut fuer Zukunft. Im Vorfeld informierte die Crew bereits, dass die Einnahmen an Mission Control gehen werden, ein Dresdner Verein, der Menschen in Seenot auf dem Mittelmeer hilft. Im IfZ wird es im Vorfeld erstmals ein informierendes Vorprogramm geben, bei dem sich Mission Lifeline vorstellt. Künftig sollen solche ergänzenden Vorträge und Filme ein fester Bestandteil der Bela Hodod-Reihe sein. Und auch auf über die Instagram– und Facebook-Kanäle informiert Bela Hodod über die Arbeit der jeweils unterstützten Organisationen und Projekte. Mit Kunst-Installationen von lokalen Künstler*innen werden die Themen ebenfalls während der Partys transportiert – eingebettet in einer minimalistisch beleuchtete, neblige Grundatmosphäre.

Reduziert und dark-neblig ist auch der Bela Hodod-Sound. Er fokussiert sich vor allem straight auf kantig-schroffen Techno – wobei im IfZ auch ein Floor mit Italo-Disko- und House-Floor gehostet wird. Alle zwei Monate soll ab sofort eine Party stattfinden. Aber nicht nur in Leipzig. Auch mit dem Geheimclub in Magdeburg und dem ://about blank in Berlin ist die Crew im Gespräch. Der Ort sei letztendlich nicht entscheidend, wichtig ist nur, dass der Club voll hinter dem Anspruch von Bela Hodod steht. Für den Sommer sind auch Tages-Open-Airs geplant, die sich musikalisch abseits von Techno bewegen sollen.

Wir finden: Gute Crew, gutes Projekt – auf dass es lange läuft und Grenzen überwindet.



Bela Hodod x Mission Lifeline – Institut fuer Zukunft, 6. März 2020
Axkan (live), Herton, fr.JPLA, Kikimike, Black Nakhur b2b Zidane, Wuh,
Caner, DJ Goliath, SubkoOne b2b Tosche, Artifical Paradise (live), Sylvie Maziarz, Carlos

Ab 20 Uhr Vortrag mit Mission Lifeline, ab 23:59 Uhr Party.

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