← ZurückLifeLife

Autor/-in

Christoph
Christoph mag es, wenn es breakig und verspielt klingt. Nicht zu gerade. Als Kid Kozmoe legt er auch auf. Und heimlich produziert er eigene Tracks. Aber pssst.

Teilen

Quarantäne-Sound #3

28. März 2020 / Kommentare (0)

Auch weiterhin lautet die Devise: Zuhause bleiben, Abstand halten, Hände waschen und: durchhalten! Die frohfroh-Redaktion hat weitere Vorschläge für die musikalische Untermalung des Lockdowns zusammengetragen.

Viele Worte zur aktuellen Situation müssen nicht verloren werden. Wir haben ja auch nicht mehr Ahnung als ihr. Versuchen wir also, dem Lockdown etwas positives abzugewinnen, zum Beispiel um Zeit zum Musik hören zu finden. Dafür haben wir wieder einige schöne Mixe, Sendungen und Playlists zusammengetragen, die größtenteils von Akteur*innen aus Leipzig produziert wurden.

~

frohfroh empfiehlt:

Unser Grafiker und Ideengeber Manuel (unser Magazin damals, das war zum Beispiel sein Einfall!) hat eine Spendenaktion für Mission Lifeline und Refugee4Refugees via Bandcamp gestartet. Beide Organisationen setzen sich für Geflüchtete u.a. auf der Insel Lesbos ein, deren Situation sich täglich verschlimmert.

Dafür stellt er ein über zwanzig Minuten andauernden, düsteren Track bereit. Der Vocal könnte nicht passender sein: „Escape the Noise. Embrace the Calm.“

Sämtliche Käufe werden gespendet. Selbstverständlich könnt ihr auch direkt an die Organisationen spenden:

Mission Lifeline: bit.ly/2Uo2hbX
Refugee4refugees: bit.ly/2y5HAIN

~

Antoinette Blume empfiehlt:

Antoinette Blume: Mein Favorit, um leicht angetrunken abends auf der ausgeklappten Couch an die Decke zu starren und die erzwungene Zäsur auf eine ganz merkwürdige Art und Weise zu genießen. Einmal mehr zu hinterfragen, warum ich mich nur über die Dinge definiere, die ich mache, schaffe, leiste. Und jetzt, für diesen Moment, ist das eben weg, es gibt gerade nichts zu leisten (neben der daily Lohnarbeit im Home-Office, die für mich keinen großen Teil meiner eigenen Identität auszumachen scheint …) oder zu teilen, zu zeigen. Das Gefühl geht nicht einfach so weg, das ist klar. Der einzige Trost: Es wird weniger präsent, es wird abgelöst durch Gedanken an andere und diese Gedanken nehmen mehr und mehr Raum einund wandeln sich tatsächlich in solidarisches Handeln. Diesen Turnus jeden Tag aufs Neue durchzuspielen, positiv zu denken, zu reflektieren, anderen zu versichern, dass sie nicht alleine sind, Energie zu behalten das macht müde. Und für Müde-sein habe ich viel Zeit, abends auf der Couch im Wohnzimmer; die Couch ist mittlerweile ein zweites Bett geworden. Und für diese Playlist habe ich viel Zeit. Um müde zu werden.

*

Dazwischen, danach und davor, zum Beispiel beim Spazieren, alleine, höre ich gerne Martin Kohlstedt. Denn wie ich schon vor ein paar Wochen schrieb, als die Pandemie noch ganz weit weg schien: In dieser Musik werden die schönsten und schlimmsten Gefühle und Situationen im Leben artikuliert, wie in einem Musikvideo, wenigstens für mich. Es ermöglicht mir eine Außen-Drauf-Sicht auf diese surreale Zeit. Das macht ‚das alles‘ irgendwie künstlich, fremd. Dieser kurze Moment ist gut zum Abtauchen, um danach wieder in die derzeitige Realität einzusteigen, die für sich genommen so künstlich, fremd und einfach weiterhin einerseits non-real und sehr real ist. Phew. So weit, so okay.

~

Paula empfiehlt:

Paula: Von den cuten ladies von nice4what gibt’s jetzt auch eine stay home playlist bei Spotify. Listen & get that disco shakey feeling!

*

Dreamy, spacey, soft supaKCs neue EP lädt erstmal mit cozy Synthie-Beats und super weichen Vocals zum Quarantäne-Träumen ein. Was würde besser als Quarantäne-Sound passen als eine EP, deren erster Track „Sick of being sick“ heißt. Man sollte sich aber nicht von ihrer Sanftheit täuschen lassen. Mit ihrem Alias x noisy answer verspricht KC uns nicht zu viel: es wird auch dark, noisy und experimentell. Definitely worth a stream!

*

Ramin von Music Of Color hat einen sweeten Mix für alle die alone in Quarantäne sind: „Alone Together“.

~

Amy empfiehlt:

Amy: S.PRESSO von dundst liefert der Waldbrand Crew mit seinem Podcast ein richtig, richtig dickes Brett. Eine knappe Stunde voll mit allem, was mein Herz begehrt: Energy, Breaks, Fun. Unbedingt geben!

*

Wenn :mumm eines beherrscht, dann sind es Hits, Hits, Hits. Für die muy bien Crew aus Reudnitz hat er ein gewohnt Disco-lastiges Set rausgehauen, mein Favorit ist der letzte Track. Feels!

~

Christoph empfiehlt:

MDR Sputnik Clubperlen 25.03.2020

Christoph: Kathi ist inzwischen wieder in Leipzig angekommen und stellt in ihrer aktuellen Sendung elektronische Musik aus Marokko vor. Klickt oben auf dem Link, um in die marokkanische Electro-Szene einzutauchen.

*

Judith van Waterkant hat einen sonnigen Mix aufgenommen, der gar nicht mal so elektronisch daherkommt. Hier gibt es sehr schöne Musik zu entdecken.

*

Ob für’s Solo-Raving oder zum Sport machen: Das DJ-Set von Gazelle Horn, zum Jahreswechsel im mjut aufgenommen, ist so funky, dass das Sofa plötzlich ganz weit weg ist!

*

Letztes Jahr hat Warp Records das 30-jährige Bestehen gefeiert. Elias Zorn und Bertolt Brechtakt haben zu diesem Anlass in ihren Archiven gekramt und dem britischen Label einen ganzen Abend im Sowiewir gewidmet.

*

Einen weiteren schönen Electronica-Mix gibt es von Dubbalot, der nicht nur Teil von Boundless Beatz ist, sondern für itsyours.info über Drum & Bass schreibt.

*

Zum Schluss steuere ich noch einen langen Mitschnitt von Robyrt Hecht und mir im Eishaus aus dem Jahre 2016 bei. Erst ruhig, dann funky, dann wieder ruhig.

CommentComment

    RelatedRelated

    zum Seitenanfang scrollen