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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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Emergency Loops aus der Pracht

15. April 2020 / Kommentare (0)

Leipzigs Spot für Special Sounds, die Pracht, hat gerade eine digitale Soli-Compilation veröffentlicht. Und die zeigt, wie wichtig solche Orte für die Stadt sind.

„Sonic Exotica“ zu präsentieren, dies ist die Mission des Pracht e. V., der seit fünf Jahren einen wunderbaren Gegenpol zum engmaschigen Techno- und House-Programm der größeren Clubs bietet. Der Spielraum ist enorm: Electronica, Abstract Sounds, Drone, Ambient, Avantgarde, all das findet normalerweise in der Pracht live statt. Doch seit März ist es auch dort stumm.

Nun sendet die Crew mit „Emergency Loops“ ein spannendes Lebenszeichen aus – eine Compilation mit zwölf Tracks von Musiker*innen aus dem lokalen und internationalen Netzwerk. Darunter Local Heroes wie Disrupt und Kiki Hitomi von Jahtari sowie Kassem Mosse. Ich muss gestehen, einige Namen sind mir komplett neu – aber genau das macht die Pracht aus: Sie wagt den permanenten Explorer-Modus, taucht in abseitige musikalische Sphären ab und bucht Acts, die sonst kaum in Leipzig Auftrittsmöglichkeiten haben.

Klar, das ist Special Stuff, nichts für Raver, Popper und Benefiz-Disco-Lover. Aber es ist ein wichtiger Teil der subkulturellen Freiheit und Freigeistigkeit. Und gerade diese musikalischen Verschiebungen bringen einige sehr starke Momente hervor – auch auf „Emergency Loops“. Mattlacks „Stip“ etwa, oder Stanley Schmidts „Oni no Hanzo“ und „As If We Were Fading“ von TIBSLC. Mit Silicone gibt es am Schluss auch noch eine wirklich tolle Post-Rock-Elektronik-Symbiose.

„Emergency Loops“ ist mehr als ein schnell hingeworfener Soli-Sampler, es ist eine sehr gelungene Pracht-Werkschau. Rennt Bandcamp ein!

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