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Jens
Im Stadtmagazin Kreuzer war irgendwann kein Platz mehr für die viele gute elektronische Musik aus Leipzig. Also hat Jens im Sommer 2009 frohfroh gegründet.

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DŌMU „Live for Suspiria 2020“

28. April 2020 / Kommentare (0)

Kurz vorm Lockdown waren DŌMU noch einmal mit einer besonderen audiovisuellen Live-Performance in der Leipziger Peterskirche zu erleben. Wer es verpasst hat, kann es nun auf der Live-EP nachhören.

„Suspiria“ ist ein Horrorfilmklassiker aus den Siebzigern. Den Soundtrack dazu steuerte damals die italienische Prog-Rock-Band Goblin bei. Und im Februar 2020 vertonte die Band „ihren“ Film nochmals live in Leipzig. Schön verpasst, ey. Auch das Vorprogramm klingt im Nachhinein viel versprechend. DŌMU hatten eine 20-minütige Performance aufgeführt, bei der neben der Musik auch drei Tänzerinnen abgefilmt und live auf die Leinwand mit Filmelementen projiziert wurden.

Die Musik bringen DŌMU nun aber glücklicherweise als EP heraus. Auch als Soli-Aktion, denn ein Teil der Crew ist durch die Coronakrise in finanzielle Schieflage geraten.

„Live for Suspiria 2020“ enthält die zwei Stücke der Performance und vier Remixe. Die Originale sind schön dark und trippy, sakral und breakig-technoid, teilweise aber komplett auch überfordernd. Gerade der letzte Part von „La Marcia Della Strega“ schraubt sich so unermüdlich und neurotisch ins Mark, das danach zwei Stunden Downbeat nötig wären.

Oder eben die Remixe, die durchweg sehr gelungen sind und etwas runterfahren. In Corecass‘ Version ist die Horrorfilm-Atmo noch deutlich hörbar. Sehr düster, mit einem ätherischem Orgel-Sample und Schwalbengeschrei. Meine absoluten Highlights dieser EP sind aber die Remixe von Pheast und Ezuri. Beide spielen mit einer permanent schwebenden Spannung, wie neverending Techno-Breaks.

„Bardo“ gefällt mir mit seiner Hektik und der angeteasten Euphorie noch einen Tick mehr. Doch statt die erlösende Bassdrum am Ende rauszulassen, fährt er einfach runter. Aber das können ja die DJs noch nachholen. Und dann ist da noch der Remix von Window Magic – ein besänftigend harmonisches Outro, helle, flächig-verwaschene Ambient-Sounds mit etwas Kraut-Flair, ich mag es sehr.

Bei Bandcamp könnt ihr euch das ganze Paket herunterladen – für 6,66 € oder mehr.

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